Werteverfall

Gestern, auf wdr gings in Hart aber Fair um den Neuanfang in NRW und um die Kopfnoten wie „Verhalten“ und „Fleiß“, die jetzt in den Schulen wieder eingeführt werden sollen. In der Diskussion wurde von CDU und FDP mehrfach darauf verwiesen, dass die Gesellschaft wieder mehr Wert auf diese Sekundärtugenden legt und legen sollte. Darum auch diese Noten.

Wenn es nun wirklich so wichtig ist, sich auch um solche Themen einen Kopf zu machen, sollte man dann nicht in einer Fernsehdiskussion, als gutes Vorbild, sein Gegenüber aussprechen lassen, nicht billige rhetorische Tricks unterlassen und einfach generell auch mit dem politischen Gegener einen anderen Umgang pflegen? Solange es nur um Noten geht, aber Politiker lügen, Wahrheiten verzerren, dem Gegenüber das Wort abschneiden und generell meinen, das Thema „Kinderstube“ habe mit ihnen nichts zu tun, finde ich die Diskussion mehr als nur scheinheilig.

Auftritte und Kameras

Ach, wo ich gerade dabei bin: Was soll denn das bitte, dass immer mehr Menschen nun mit ihren Kamera-Handies bei Auftritten im Dunkeln Photos machen müssen? Die Blitze, die da blitzen, stören zwar, haben aber keinen nennenswerten Effekt für die Photos. Die Tastaturen und Displays leuchten auch zu hell. Die Weitwinkel-Optik macht das Bild sowieso nahezu unkenntlich. Und es ist, verdammt noch mal, den anderen Zuschauern gegenüber richtig unhöflich.

Schmidt in Aachen

Ich hatte es ja noch gar nicht erwähnt — vor unendlichen Zeiten hatte ich mal Karten für Harald Schmidt in Aachen gekauft. Vor ein paar Tagen war es dann endlich so weit. Und dann ausgerechnet noch an jenem Sonntag, an dem die rot-grüne Regierung in NRW die Mehrheit verlor. Das Publikum war also in einer sehr seltsamen Stimmung.

Um es kurz zu machen: Wir sind vorzeitig gegangen. So sehr ich Harald Schmidt in seiner Late Night Show mag, so schwach war er dann live auf der Bühne. Vielleicht hätte er sich doch nicht nur auf der Fahrt von Köln nach Aachen überlegen sollen, was er denn am Abend gerne machen möchte. Leider schwer enttäuschend.