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Das Telefonat der Julia T.

Lasst uns zusam­men­fas­sen: wir wis­sen nicht mal genau, mit wem sie die­ses Tele­fo­nat geführt hat. Unter wel­chen Umstän­den, oder zu wel­chem Zeit­punkt. Wie ihr Tag davor war, wie sie sich fühlte (wenn ich mich rich­tig erin­nere, hatte sie einen schwe­ren Band­schei­ben­vor­fall und des­halb schon ein paar Jahre Schmer­zen), wie sehr das Tele­fo­nat sich vor­her schon auf­ge­heizt hatte und wel­che Dyna­mik die Bezie­hung der Men­schen am Tele­fon hatte.

Und dann sol­len wir uns über zwei, drei Sätze aus dem Tele­fo­nat ernst­haft unter­hal­ten? Ob das nun die eigent­li­che per­sön­li­che  Mei­nung der Frau zum Aus­druck bringe und in wel­cher Weise sie sich da jetzt poli­tisch dis­qua­li­fi­ziert habe?

Lasst uns doch eher dar­auf sehen, wer denn Inter­esse hat, diese Form der Öffent­lich­keit zu for­cie­ren. Oder uns fra­gen, warum es diese Mit­schnitte über­haupt gibt und in wel­che Weise es legi­tim ist, so etwas zu ver­öf­fent­li­chen. Und wenn es nicht legi­tim ist, dann soll­ten wir dem Thema tun­lichst nicht noch mehr Öffent­lich­keit verschaffen.

Das, was wir da sehen ist aller­feinste Pro­pa­ganda. Ich finde, dass gerade die Ent­wick­lun­gen des letz­ten Jah­res sehr gut zei­gen, wel­che Dyna­mi­ken gerade in der poli­ti­schen Öffent­lich­keit so wir­ken. Ich ver­stehe nur nicht, warum die Presse jetzt immer noch so mitspielt.

Zur Spendenbereitschaft der Steuerhinterziehenden

Natür­lich ging es mir anläss­lich des Fal­les Ulrich H. aus M. durch den Kopf, es gilt natür­lich allgemeiner.

Wenn diese Herr­schaf­ten so sagen, dass sie doch keine Sozi­al­schma­rot­zer sind, oder keine aso­zia­len Typen, und dann ihre Spen­den­be­reit­schaft als Argu­ment ins Feld füh­ren, so ist die meine per­sön­li­che Ant­wort dar­auf: Wohl. Sind sie doch, und zwar sowohl das eine als auch das andere.

Aso­zial sind sie, weil sie mei­nen, dass das von ihnen erar­bei­tete Geld nur genau an den Stel­len einer ein­ge­schränk­ten All­ge­mein­heit zu Gute kom­men soll, wo sie das für rich­tig emp­fin­den. Sie ent­zie­hen es also der all­ge­mei­nen Ver­fü­gungs­masse, bei der ein gesamt­ge­sell­schaft­li­cher Kon­sens zur Ver­wen­dung statt­ge­fun­den hat – denn das ist es, was die Poli­tik ja mit den Steu­ern macht. Es ist aber keine Option, dass man als Staats­bür­ger so alleine ent­schei­det, wie die Mit­teln zu ver­tei­len sind. Die­ses Ver­hal­ten ist asozial.

Sozi­al­schma­rot­zer sind sie, weil durch ihre Steu­er­hin­ter­zie­hung der All­ge­mein­heit schlicht weni­ger Geld zur Ver­fü­gung steht. Die Auf­ga­ben der Gemein­schaft wer­den ja nicht weni­ger, nur weil da man­che Leute beschlos­sen haben, bes­sere Ver­wen­dun­gen für ihr Geld zu haben, als Steu­ern zu zah­len. (Das ist übri­gens auch eine Begrün­dung, die die katho­li­sche Kir­che in Köln für ein „Steu­er­spar­mo­dell“ bei einem Immo­bi­li­en­er­werb benützt hat.) Das heisst in der Kon­se­quenz, dass andere Men­schen mehr Steu­ern zah­len müs­sen, weil sich da Leute fein raus­hal­ten. Und das ist es, warum auch der Begriff Sozi­al­schma­rot­zer passt.

Nur, falls noch mal jemand fragt. :-)

Überwachungsfrei

Es ist schon seit ein paar Wochen so, aber ich habe es noch nicht öffent­lich gemacht: die­ser Blog läuft jetzt voll­stän­dig ohne User Tracking. Also, viel­leicht gibt es noch irgend­wel­che Wege, die Word­Press intern nutzt und die ich noch nicht gese­hen habe. Aber alles, was so Jet­Pack, Google Ana­lytics, sons­tige Tra­cker sind, habe ich ent­fernt. Damit habe ich zwar keine Idee mehr, wer mei­nen Blog so liest, woher ihr so kommt und wie viele ihr so seid, aber dass lässt mir dafür auch mehr den Raum, mich auf meine Gedan­ken und mein Schrei­ben zu kon­zen­trie­ren. Klingt für mich nach einem guten Tausch.

Dear internet.

Some words of wis­dom to you and par­ti­cu­larly me:

It is not the cri­tic who counts; not the man who points out how the strong man stum­bles, or where the doer of deeds could have done them bet­ter. The credit belongs to the man who is actually in the arena, whose face is mar­red by dust and sweat and blood; who stri­ves vali­antly; who errs, who comes short again and again, because there is no effort wit­hout error and short­co­m­ing; but who does actually strive to do the deeds; who knows great enthu­si­asms, the great devo­ti­ons; who spends him­self in a wor­thy cause; who at the best knows in the end the tri­umph of high achie­ve­ment, and who at the worst, if he fails, at least fails while dar­ing greatly, so that his place shall never be with those cold and timid souls who neit­her know vic­tory nor defeat.

Theo­dore Roosevelt.

Alle Jahre wieder … 

Auch die­ses Jahr gibt es wie­der ein Dschun­gel­camp, und auch die­ses Jahr fin­det sich wie­der ein Poli­ti­ker, der er so gerne ver­bie­ten möchte. Die­ses mal ist es Hauke Jagau von der SPD. Iro­ni­scher­weise for­dert er es in der BILD, also jener Zei­tung, die schon seit Wochen genau jenes For­mat behy­ped, um das es da geht. Ich bin mir recht sicher, dass es hier sicher auch darum gehen wird, den eige­nen Namen bekann­ter zu machen. Da eben genau jenes For­mat von RTL der­zeit so viel mediale Auf­merk­sam­keit genießt (selbst das öffentlich-rechtliche Fern­se­hen schenkt der Wer­bung für das Pro­gramm erstaun­lich viele Sen­de­mi­nu­ten) ist das dafür auch ein pro­ba­tes Mittel.

Wenn man das State­ment inhalt­lich aber ernst nimmt, ist es eine Bank­rott­er­klä­rung für die Poli­tik der SPD. Denn: warum macht RTL denn so ein „men­schen­ver­ach­ten­des Format“?

Weil es funktioniert.

Die Zuschauer schal­ten ein. Die Quote der Sen­dun­gen ist enorm, die Wer­be­zei­ten sind sicher dem­ent­spre­chend teuer. Das heisst aber, dass die Men­schen eben genau zuse­hen wol­len, wie sich da ein paar mehr oder wenig pro­mi­nente Fernseh-Akteuere bei den pro­fans­ten Din­gen fil­men lassen.

Wenn es jemand inner­halb der SPD ernst meinte damit, sol­che For­mate unmög­lich zu machen, dann heisst das doch: es muss ihr daran gele­gen sein, die Bil­dung und vor allem ethi­sche Bil­dung der Men­schen zu stär­ken. Das heisst, es müsste eine Prio­ri­tät der Poli­tik wer­den, unser Bil­dungs­sys­tem mit Res­sour­cen aus­zu­stat­ten, aber auch mit den Mit­teln, eben einen erst­haf­ten Ethik-Untericht anzubieten.

Denn: es man­gelt ja nicht an Alter­na­ti­ven. Es gibt genug andere Sen­der, die zeit­gleich zu den Sen­dun­gen aus dem aus­tra­li­schen Dschun­gel andere For­mate, andere Inhalte anbie­ten. Ja, man kann sogar den Fern­se­her aus­ge­schal­tet las­sen und sich mit ande­ren Din­gen aus­ein­an­der­set­zen. Aber: die sind eben nicht attrak­tiv. Und das liegt daran, woran die Men­schen Ver­gnü­gen finden.

Die­ses Ver­gnü­gen daran wird ihnen auch nicht ver­ge­hen, wenn das For­mat ver­bo­ten ist. Aber wenn sie sich vor Augen füh­ren, wozu sie da gerade die Akteure ver­füh­ren – viel­leicht wird das Inter­esse dann geringer.

Also: nicht das Dschun­gel­camp ver­bie­ten. So viel in die Men­schen inves­tie­ren, dass es die Zuse­her ein­fach nicht mehr interessiert.

Die USA und der Rest der Welt

Die Ame­ri­ka­ner hät­ten sie ver­ra­ten, klagt der BND. Man hatte zuerst auf ein schnel­les Ende der Ver­hand­lun­gen gehofft – aber es scheint nun dar­auf hin­aus­zu­lau­fen, dass es kein “No Spy”-Abkommen mit den USA geben wird. Ja mehr noch, die USA geben nicht mal Ein­blick in ihre Spio­na­ge­tä­tig­keit gegen deut­sche Spitzenpolitiker.

Die Über­nahme der Anteile von Gene­ral Motors an Opel durch die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land. Die Ver­hand­lun­gen um inter­na­tio­nale Urheberrechts-Abkommen. Das Kyoto-Protokoll. Die Ver­ant­wort­lich­keit über ICANN. Swift. Das Flug­da­ten­ab­kom­men. Die Liste lässt sich wohl ziem­lich lange fortsetzen.

Aus genau wel­chem Grund kommt es jetzt uner­war­tet, dass die USA kein Inter­esse an einem sol­chen Abkom­men hat? Wel­che Vor­teile könn­ten ihnen dar­aus erwachsen?

Luhmann on trust and manipulation

Descri­bing mani­pu­la­tion as an actor in a sys­tem of trust

But this only cau­ses the sus­pi­cion of mani­pu­la­tion to become uni­ver­sal, thus beco­m­ing inde­pen­dent of con­fir­ma­tion or refu­ta­tion of indi­vi­dual cases. Trust can only be pre­ser­ved if it finds a form that can live with that sus­pi­cion, that is immune against it.

Niklas Luh­mann: Vertrauen

Über Offenlegung und Vertrauen

[…] Aber damit wird nur bewirkt, dass der Ver­dacht auf Mani­pu­la­tion uni­ver­sell wird und sich dadurch von Bestä­ti­gun­gen oder Wider­le­gun­gen im Ein­zel­fall unab­hän­gig macht. Ver­trauen läßt sich nur dann erhal­ten, wenn es eine Form fin­det, in der es mit die­sem Ver­dacht leben kann und gegen ihn immun wird.

aus Niklas Luh­mann: Vertrauen.

On open source security

In the cur­rent debate about trus­ting soft­ware that uses cryp­to­gra­phic tech­ni­ques, the posi­tion that Open Source soft­ware is inher­ently more trust­wor­thy than com­mer­cial soft­ware is repea­ted over and over again. While I per­so­nally think that the free soft­ware move­ment has done a great deal to advance the state of com­pu­ting and is amongst last century’s accom­plish­ments the human race can actually be proud of, I do not fol­low the rea­so­n­ing that having the source code to a spe­ci­fic cryp­to­gra­phic pro­duct avail­able is any state­ment about its trust­wort­hi­ness, par­ti­cu­larly in its secu­rity or qua­lity of cryp­to­gra­phic processes.

One of the main dif­fe­ren­ces bet­ween medium-sized soft­ware endea­vors in com­mer­cial soft­ware com­pa­nies and the open source world is the adhe­rence to pro­ces­ses. Com­mer­cial soft­ware com­pa­nies have a rather clear chain of responsi­bi­lity and defined allo­ca­tion of resour­ces. This enab­les them to define spe­ci­fic pro­ces­ses that need to be adhe­red to in order to build their app­li­ca­tion. Poten­ti­ally, this inclu­des various sta­ges of review and vali­da­tion (from basic design drafts to imple­men­ta­tion spe­ci­fics) or tes­ting (from source-level unit tests to func­tio­nal tests of parts and ulti­mately, the full app­li­ca­tion). Most free soft­ware pro­jects don’t have the luxury of deve­l­o­pers con­tri­bu­ting test sui­tes, or sharp minds having a chance to review design spe­ci­fi­ca­ti­ons to under­stand the impact a spe­ci­fic change might have.

Serious tes­ting and qua­lity assurance takes time. The pro­cess of soft­ware tes­ting is resource inten­sive (eit­her you need qua­li­fied, good tes­ters or you need to have deve­l­o­pers who keep the tes­ting suite in sync with the pro­duct). And the release sche­dule needs to accom­mo­date tes­ting; this means lon­ger release cycles, slo­wing down the total deve­lop­ment speed.

Whilst I am not say­ing that all com­mer­cial soft­ware ven­dors do stick to a rigid set of pro­ces­ses that insure their qua­lity, I think that they are in a bet­ter situa­tion to actually fol­low through on such pro­ces­ses if they chose to align them­sel­ves with such goals.

Also, as any­body who is invol­ved in com­pu­ter pro­gramming in a serious fashion will gladly tell you, dis­co­ve­r­ing bugs is hard work. It takes dedi­ca­tion (even stub­born­ness) to hunt through code to find those situa­ti­ons where it doesn’t behave as inten­ded. Many a soft­ware pro­duct have suf­fe­red from delays because there were still cri­ti­cal bugs that had to be resol­ved. In the same vein, it is even har­der to spot chan­ges that are deli­be­ra­tely intro­du­ced to thwart spe­ci­fic aspects of the pro­duct whilst lea­ving most ever­y­thing else intact. It requi­res very detailed know­ledge of the pro­gramming lan­guage and tools in use, the desi­ra­ble out­come, deep under­stan­ding of the algo­rithms invol­ved and a good set of tools to vali­date and verify that things are as expected.

This brings us to yet ano­ther new topic: trus­ting your con­tri­bu­tors. What moti­va­tes the per­son to bring about chan­ges to the app­li­ca­tion? What kind of a skill set do they have, how deep is their under­stan­ding of the tech­ni­ques and tools? Open source pro­jects sel­domly do deep back­ground checks on their con­tri­bu­tors, or rely on outs­ider infor­ma­tion about the people behind pull requests.

The next topic in that con­text is trus­ting your tools. The com­pi­ler that you use daily, are you cer­tain that it does not alter your algo­rithms as it trans­forms your wri­t­ings into ano­ther for­mat? The libra­ries that you link against (maybe even dyna­mi­cally, making your­self trust any fur­ther chan­ges in those libra­ries), what gua­ran­tees that you know all their func­tions, all of their side effects? Who is more likely to invest the signi­fi­cant resour­ces requi­red to build a trus­ted toolchain?

Of course, having source code avail­able offers a num­ber of opti­ons for the users of that soft­ware. That inclu­des deep and detailed inspec­tion and audits. But I think the rea­lity is that only very few, very select pro­ducts are ever pla­ced under such scrunity. And even then, the results can only be applied to one very spe­ci­fic ver­sion, in one very spe­ci­fic con­fi­gu­ra­tion. Any chan­ges would have to be sub­jec­ted to a simi­lar regi­men to have any signi­fi­cance in esta­blis­hing the trust­wort­hi­ness of a codebase.

Would you hazard a guess what the per­cen­tage of code is that has been sub­jec­ted to such scru­tiny in the free ope­ra­ting sys­tem you’re using? And how do you know you can trust the entity that did those audits?

Unless you have clear ans­wers to both ques­ti­ons, open source soft­ware is not more trust­wor­thy than clo­sed source soft­ware is. Not less, eit­her. But also: not more.

September 11, 2001

We had looked for­ward to the vaca­tion. I had some­thing import­ant and big to do: tel­ling my family that we were going to get married.

And then, out of the blue, my wife’s bro­ther cal­led us. We were on the beach, enjoy­ing our­sel­ves. It was a fine day, too. And he said it: Pla­nes flew into the World Trade Center.

We had no fur­ther infor­ma­tion. All we could come up with where small pla­nes, Cesna or some­thing. And we didn’t really under­stand why he would call us with that.

And then, we came home to our apart­ment and saw the news.

I will always remem­ber that room. That apart­ment. That acute sense of dis­be­lief. Not at all gra­s­ping what hap­pened – what lead to that event, or what it would mean to the world.

This must be what history feels like.

Things I don’t quite understand

The fin­ger­print sen­sor could indeed be quite a game chan­ger. But I don’t under­stand why they don’t push into that direc­tion more.

Apple is big on pro­tec­ting child­ren; Apps carry an age restric­tion; Mac OS has a rather advan­ced sys­tem of making cer­tain capa­bi­li­ties or web­sites avail­able over a cen­tral func­tion (that is even avail­able over the net­work). With the advent of the fin­ger­print sen­sor, the device now with the most natu­ral ease avail­able iden­tify the per­son who acces­ses it and open up cer­tain func­tions whilst keeping others locked. This makes per­fect sense in many ways: dia­ling rules that let child­ren access only a very small list of num­bers, or even give them a but­ton for ‚emer­gency calls‘ that only lets them call two or three num­bers, whilst at the same time trans­mit­ting all infor­ma­tion it can about that call (GPS posi­tion, environ­men­tal con­di­ti­ons, what do I know). It could let par­ents disa­ble access to cer­tain app­li­ca­ti­ons or in-app purcha­ses. It could even do time-based things.

And once those func­tions are avail­able, they could make the phone so much more appealing to enter­prise cust­o­mers, too.

Also, the fin­ger­print sen­sor could be so con­ve­ni­ent for any app that does encryp­tion. Not making it avail­able at all (and that’s the way I under­s­tood the keynote) seems like a strange choice there.

If they’re serious about Siri in the car, why did they not show part­ners that will use iOS as soon as it’s avail­able? Where are the car manu­fac­tu­rers that are coope­ra­ting with Apple on that?

I also do not under­stand why they spread out in three dif­fe­rent models that way – but I trust them to under­stand the mar­ket dyna­mics bet­ter than I do.

Meine Fragen

Wer sind poten­zi­elle poli­ti­sche Alli­ierte — und mit wem will man sich da alliieren?

Wes­sen Inter­esse ist es, dass die­ser Kampf nicht posi­tiv ausgeht?

Wie kann man den Still­stand kon­kret auf­bre­chen? Wir sind ja die Kraft, die sich nach Ver­än­de­rung sehnt — also müs­sen wir dafür sor­gen, dass der Still­stand nicht die attrak­ti­vere Option ist.

Wel­che kon­kre­ten Alter­na­tiv­an­ge­bote kann man machen? Kein Handy/Kein Face­book ist ja keine gute Alternative.

Wie kann man die sicher­heits­po­li­ti­schen Mit­tel zu einer Über­prü­fung zwin­gen? Wie kann man dafür sor­gen, dass „wir brau­chen das“ nicht ausreicht?

Was kann man kon­kret ande­res tun, um auch nicht US-Alternativen für Betriebs­sys­teme etc. zu bringen?

Shaming-Liste: deut­sche Anbie­ter, die auf jeden Fall auch US-Server oder Dienste aus unsi­che­ren Dritt­staa­ten benutzen.

Hintertürchen [Korrigiert]

Ein auf Cryp­tome gepos­te­tes Doku­ment, dass Folien aus einer Schu­lung zum Thema Com­pu­ter­fo­ren­sik für Geset­zes­hü­ter in USA ent­hält, hat – neben vie­len ande­ren Details – einen enorm inter­es­san­ten Bul­let Point:

Auf der Folie „What’s a back­door“ („a method to bypass data encryp­tion or secu­rity“) steht:

  • Cur­rently avail­able for major encryp­tion soft­ware – Micro­soft Bit­lo­cker, FileV­ault, Best­Crypt, Tru­e­Crypt, etc

Quelle: http://​cryp​tome​.org/​2​0​1​3​/​0​9​/​c​o​m​p​u​t​e​r​-​f​o​r​e​n​s​i​c​s​-​2​0​1​3​.​pdf

Kor­rek­tur Das Doku­ment scheint dann doch eher nicht echt; da bin ich wohl einem Hoax aufgesessen.

So ein Blog … 

Da gibt es also einen gelern­ten Jour­na­lis­ten, der jetzt eine PR Agen­tur betreibt und der für einen Bun­des­kanz­ler­kan­di­da­ten einen Blog auf­setzt. Der sich, zumin­dest auf sei­ner Referenzen-Liste nicht mit son­der­lich inno­va­ti­ven oder auch gar nur im öffent­li­chen Dis­kurs statt­fin­den­den Online-Projekten her­vor­tut. Angeb­lich hat er dafür Spen­den in sechs­stel­li­ger Höhe von Unter­neh­mern ein­ge­sam­melt. Und dann hat die­ser Mensch die Verve, zu behaup­ten, die­ses Pro­jekt ent­sprä­che in etwa dem, was die Kam­pa­gne für Barack Obama in den USA online auch schon umge­setzt hat.

Mal abge­se­hen davon, dass es schon wirk­lich Grö­ßen­wahn ent­spricht, einen ein­zel­nen Blog mit einer so zen­tra­len stra­te­gi­schen Kom­po­nente – für die wirk­lich gute Men­schen über Jahre gear­bei­tet haben und über die mitt­ler­weile nun doch das eine oder andere bekannt gewor­den ist – des Obama-Wahlkampfs zu ver­glei­chen. Die­ser Grö­ßen­wahn wird zwar auch in der finan­zi­el­len Dimen­sion klar (ein Blog, der nicht mal ein Jahr lau­fen soll, und dann ein sechs­stel­li­ges Bud­get?). Nein, was ich nun wirk­lich nicht ver­stehe ist, warum das ganze so ama­teur­haft ange­gan­gen wird. Stein­brück muss das Pro­jekt gekannt haben, sonst hätte es doch gar nicht mit sei­nem Namen star­ten kön­nen. Hat also der Kan­di­dat kei­nen Kon­takt mit sei­ner Par­tei­zen­trale – wo es ja durch­aus Kom­pe­tenz in die­sem The­men­be­reich gibt? Oder ist ihm so egal, was seine Par­tei ihm sagt? Wenn Letz­te­res wahr ist, was sagt das dann über eine poten­zi­elle Regie­rungs­mann­schaft auf SPD-Seite aus? Und wenn das ganze auch inner­halb der SPD abge­stimmt war – will man dann Stein­brück jetzt ver­hei­zen, weil die Wahl die­ses Jahr sowieso zu kei­nem SPD-Bundeskanzler füh­ren kann, son­dern nur zu einem Vize­kanz­ler, und das will Genosse Peer ja bekannt­lich nicht machen?

Und nicht zuletzt: Will man einen Bun­des­kanz­ler haben, der im Thema Medi­en­kom­pe­tenz sowohl selbst so unge­schickt wie auch so schlecht bera­ten ist, wie Steinbrück?

Solange … 

Solange es erlaubt ist, sich man­geln­der Empa­thie zu rüh­men; solange es ein Makel ist, ein gewis­ses Min­dest­maß jener Fähig­keit zu besit­zen, sich in andere Men­schen ein­füh­len zu kön­nen und auch nur eine Idee davon zu haben, was deren Moti­va­tion sein könnte – und nichts ande­res heisst „Frau­en­ver­ste­her“ ja! – wird dem Sexis­mus nichts ernst­lich im Weg stehen.

Solange Män­ner glau­ben, sie könn­ten Frauen erklä­ren, wie sie zu rea­gie­ren hät­ten oder wie sie etwas zu emp­fin­den hät­ten, wer­den sie nie als Gesprächs­part­ner gese­hen wer­den. Wenn sie dabei auch noch in einer struk­tu­rell macht­vol­le­ren Situa­tion sind, ist die Schwelle zum Gespräch sowieso schon recht hoch.

Solange Män­ner immer noch glau­ben, eine Ernied­ri­gung oder Belei­di­gung seien ein Kom­pli­ment, dür­fen sie sich nicht wun­dern, wenn das Gegen­über sich eher belei­digt denn wert­ge­schätzt fühlt

Solange das Gefühl besteht, dass doch mit etwas mehr Höf­lich­keit das Pro­blem schon gelöst wäre, ist immer noch nicht ange­kom­men, was das Pro­blem ist.

Sexismus in „Greenbox“

In Tim Mäl­zers neuem Koch­buch „Green­box“ fin­det sich, ziem­lich weit vorne, ein Rezept namens „Wei­ber­pasta“. Offen­sicht­lich als Erläu­te­rung für die­sen Namen fin­det sich eine Bemer­kung von Herrn Melzer:

Brok­koli gehörte für mich bis­lang ins Fach der Wei­ber­ge­müse. Ich werde aber im Alter nicht nur dicker, son­dern auch wei­ser und muss lei­der fest­stel­len, dass ich über die Jahre echt was ver­passt habe.

Die­ser Begriff für Brok­koli ist auch nichts Neues, schon im Jahr 2007 fin­det sich im Stan­dard eine Bemer­kung, in der auch die Wort­schöp­fung Wei­ber­ge­müse (Arti­kel in der​Stan​dard​.at) kri­ti­siert wird.

Da fragt man sich, was das wohl soll – aus­ser eine Selbst­ent­lar­vung sein.

Postbesuch, anno 2013

Ich war gerade auf unse­rer Post. Das ist die zen­trale Post­fi­liale in einer Stadt mit rund 250.000 Ein­woh­nern, die vor nicht allzu lan­ger Zeit um einen ordent­li­chen Hau­fen Geld erneu­ert wurde. Die eine Innen­ein­rich­tung mit min­des­tens vier gro­ßen Plas­ma­fern­se­hern hat, die einem Post-Werbefilme vor­spie­len, wäh­rend man dort war­tet. Ich will jetzt gar nicht dar­auf ein­ge­hen, dass die Post offen­sicht­lich weiß, dass sie ein Pro­blem mit War­te­zei­ten hat und des­halb die­ses Ablen­kungs­pro­gramm um viel Geld dort instal­liert und betreibt – denn ein War­te­zei­ten­pro­blem hat zumin­dest diese Filiale erheb­lich. Nein, es geht mir um was ande­res: ich möchte gerne mein Kauf-Erlebnis schildern!

Ich bin also mit einem gemisch­ten Sta­pel Briefe dahin, weil die per ePost­fi­liale bestell­ten Mar­ken noch nicht im Büro ange­kom­men sind und sich schon etwas Aus­gangs­post gesam­melt hatte. Das waren alles nor­male Umschläge; ein paar davon ins euro­päi­sche Aus­land, ein paar davon schwe­rer als die nor­male wir-frankieren-bis-zu-zwei-Blätter-mit-nun-58c-Post. Und eine ordent­li­che Hand­voll nor­ma­ler Briefe, nicht zu schwer und nicht zu leicht. Ich hatte das schon in schöne, unter­schied­li­che Päck­chen zer­teilt, weil ich dachte, dann klappt das mit dem Fran­kie­ren schneller.

Nach­dem ich dann (es waren nur fünf Leute vor mir in der Schlange! Schnell!) an den Schal­ter kam, schlief der Frau schon das Gesicht bei der Brief­menge ein. Ich erklärte ihr meine unter­schied­li­chen Anfor­de­run­gen … Und dann durfte ich vor ihr am Schal­ter die Briefe ein­zeln abzäh­len, sie zählte mir die Brief­mar­ken ab (35 davon, 10 davon, 3 davon) und ich konnte zahlen.

Ein Gut­teil der Mar­ken war nicht selbst­kle­bend, son­dern wollte vor dem Auf­kle­ben befeuch­tet wer­den. Weit und breit kein ent­spre­chen­des Schwämm­chen in der Filiale in Sicht. Also setze ich mich zu den Tischen, die eigent­lich für Bera­tungs­ge­sprä­che der Post­bank gemeint sind – die vor dem Kaf­fee­au­to­ma­ten mit dem rie­si­gen, hand­ge­schrie­be­nen „Defekt!“-Schild dran. Dann klebte ich brav meine Mar­ken auf, durfte dann mit dem Sta­pel zum Post­kas­ten gehen und sie einwerfen.

Gab es da nicht mal so ein Wort von der Ser­vice­wüste Deutschland?

Features I’d love to see in an ADN client

I’ve dip­ped my toes in to the waters of app​.net (I’m @Konrad there) and must say that I quite enjoy the expe­ri­ence. Quite a bit of resource­ful indi­vi­du­als also fre­quent that ven­ture, so the eco­sys­tem is com­ing along nicely — the num­ber of new cli­ents to try is incre­a­sing rapidly, and new things are being tried out. Excit­ing times.

Picking up from an old post of mine and put­ting into words a few ideas I have been car­ry­ing around for a while now, I am going to start a list of fea­tures that I would love to see in an ADN cli­ent. I wouldn’t mind if they also showed up in Twit­ter cli­ents, but I’m not so hope­ful that inno­va­tion will con­ti­nue in that space.

  • intel­li­gent user­name refe­ren­ces. I’d love to see if the @-notated links in mes­sa­ges indi­ca­ted whe­ther I alre­ady fol­low a user or not; this could so very easily be achie­ved with color-coding the link, or giving them little icons.
  • Make inter­ac­tions asyn­chro­nous whe­re­ver that is pos­si­ble. I am not so par­ti­cu­larly curious as to when the cli­ent stars a mes­sage that I am loo­king at. I’d much rather it remem­bers my inten­tion to do so and tries until it suc­ceeds over reporting back to me that it was cur­rently impos­si­ble. To my tas­tes, it could just as well pre­tend that the star­ring has alre­ady hap­pened even if it hasn’t — so color­code the stars when it’s just a local change queued no be sent out.
  • Queues, lists, wha­te­ver: right now, I have two dis­tinct uses of star­ring pos­tings. One is to let others know I par­ti­cu­larly liked some­thing, the other is a remin­der for me to look at some­thing again — goog­ling it, fol­lo­wing up to it, loo­king at a book refe­rence. I would so much like to be able to sepe­rate the two things; having the stars for the outs­ide com­mu­ni­ca­tion and some­thing like a flag for myself.
  • [Added Nov 15] Time­stamps on when the post was writ­ten. I think it makes quite a bit of sense to know what the local time of day was for the aut­hor of the post and less for me, the rea­der. So having a way to see what time the aut­hor wrote the post at would be quite grand.

I’m sure other things will come to mind even­tually. And I am even more con­vin­ced other people will come up with more inte­res­ting, more cle­ver and just bet­ter ideas. But I just had to write this up!

Beeindruckend.

Schon lange ist es nicht mehr pas­siert, dass ein ein­zi­ges Video so viel bei mir bewirkt hat: einen neuen Blick dar­auf, was Hip Hop ist und sein kann; einen neuen Blick auf die Geschichte. Kurz: Sehr beein­dru­ckend, das. Und zwar: Lin-Manuel Miranda per­forms at the White House. Ein Hip­hop Song über Alex­an­der Hamilton.

Wenn Sie bitte hier gucken wollen:

Musikverleger und die Einhaltung der Gesetze.

Ich stimme ja mit den Plat­ten­ver­la­gen und Musik­pro­du­zen­ten in der Auf­fas­sung über­ein, dass es wich­tig ist, beste­hende Gesetze ein­zu­hal­ten und gege­be­nen­falls die Gesetze auch so zu ver­än­dern, dass uner­wünsch­tes Ver­hal­ten schnell und uner­bitt­lich abge­stellt wer­den kann.
Ich finde, man kann nicht oft genug ein posi­ti­ves Vor­bild set­zen, dass Dro­gen in unse­rer Kul­tur nicht akzep­ta­bel sind. Wir haben einen gesell­schaft­li­chen Kon­sens, dass Dro­gen nicht akzep­ta­bel sind – und auch Stra­fen für Han­del und Besitz.
Nun scheint mir zumin­dest bei eini­gen Plat­ten­la­bels die Ver­ant­wor­tung über die Vor­bild­funk­tion von Künst­lern nicht hin­rei­chend aus­ge­prägt. Ich denke, hier tut eine Klä­rung not; eine Unter­stüt­zung der Ver­lage in ihrem Bestre­ben, das Rich­tige zu tun.
Wir soll­ten uns dafür ein­set­zen, dass Künst­ler, die schon mal alko­ho­li­siert auf­ge­fal­len sind oder in der Öffent­lich­keit berauscht in Erschei­nung getre­ten sind, nicht mehr im Radio gespielt wer­den, Plat­ten­lä­den und –ver­sen­der keine Plat­ten die­ser Künst­ler mehr anbie­ten dür­fen und auch keine Kon­zerte mehr mit die­sen Musi­kern mehr statt­fin­den. Die Post muss ent­spre­chende Sen­dun­gen von Plat­ten­lä­den kon­trol­lie­ren; und sicher­heits­hal­ber auch alle ande­ren Pakete – es könn­ten sich darin ja auch CDs befin­den.
Denn wir sind uns ja einig: der gesamt­ge­sell­schaft­li­che Scha­den durch Dro­gen, Alko­hol und Ziga­ret­ten ist enorm hoch. Wir müs­sen alle Anstren­gun­gen unter­neh­men, dem Ein­halt zu gebieten.

Keine Macht den Drogen.