Politikverdrossenheit

November 1st, 2005 by konrad Leave a reply »

Es ist ja auf eine gewisse Art sehr span­nend zu ver­fol­gen, in wel­cher Weise sich die bei­den Volks­par­teien sich gerade ins Knie schießen.

Ich glaube aber, dass neben dem lus­ti­gen Thea­ter das wir hier sehen und den poli­ti­schen Her­aus­for­de­run­gen, die darin lie­gen, das ganze auch zur Poli­tik­ver­dros­sen­heit bei­trägt, und dadurch sehe ich es als nicht unpro­ble­ma­tisch. Es besteht ein ziem­li­cher Unter­schied zwi­schen dem Auf­tre­ten spe­zi­ell im Wahl­kampf, der Ent­schlos­sen­heit und der dar­ge­stell­ten Klar­heit in den Stra­te­gien, die beste­hen­den Pro­bleme zu lösen. Und nun wird geze­tert und gezie­hen als hät­ten viele der Betei­lig­ten in ihrem Leben noch nie eine kom­ple­xere, viel­schich­tige Ent­schei­dung getrof­fen. Außer­dem geht es nun wie­der rein und aus­schließ­lich um Per­so­nen und nicht um Inhalte oder poli­ti­sche Pro­gramme. Wie die Koali­tion gedenkt, die Arbeits­lo­sig­keit zu sen­ken, was genau zum sozia­len Aus­gleich getan wer­den soll, wie sich Deutsch­land wei­ter in der euro­päi­schen Inte­gra­tion zurecht­fin­det … alles egal. Ob Stoi­ber in Mün­chen oder Ber­lin bleibt, und wer SPD-Generalsekretär ist, das sind offen­sicht­lich die drän­gen­den Fra­gen die­ser Nation. Meine Befürch­tung ist, dass man diese Fra­gen nicht wirk­lich ver­mit­teln kann. Dass den Men­schen der Unter­schied auf­fällt und der Wahl­kampf damit nach­träg­lich doch wie­der unehr­lich wird. Und eben auch das Gezerre die Vor­ur­teile alle bestätigt.

Auch das ist Deutschland.

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