Postbesuch, anno 2013

Ich war gera­de auf unse­rer Post. Das ist die zen­tra­le Post­fi­lia­le in einer Stadt mit rund 250.000 Ein­woh­nern, die vor nicht all­zu lan­ger Zeit um einen ordent­li­chen Hau­fen Geld erneu­ert wur­de. Die eine Innen­ein­rich­tung mit min­des­tens vier gro­ßen Plas­ma­fern­se­hern hat, die einem Post-Wer­be­fil­me vor­spie­len, wäh­rend man dort war­tet. Ich will jetzt gar nicht dar­auf ein­ge­hen, dass die Post offen­sicht­lich weiß, dass sie ein Pro­blem mit War­te­zei­ten hat und des­halb die­ses Ablen­kungs­pro­gramm um viel Geld dort instal­liert und betreibt – denn ein War­te­zei­ten­pro­blem hat zumin­dest die­se Filia­le erheb­lich. Nein, es geht mir um was ande­res: ich möch­te ger­ne mein Kauf-Erleb­nis schildern!

Ich bin also mit einem gemisch­ten Sta­pel Brie­fe dahin, weil die per ePost­fi­lia­le bestell­ten Mar­ken noch nicht im Büro ange­kom­men sind und sich schon etwas Aus­gangs­post gesam­melt hat­te. Das waren alles nor­ma­le Umschlä­ge; ein paar davon ins euro­päi­sche Aus­land, ein paar davon schwe­rer als die nor­ma­le wir-fran­kie­ren-bis-zu-zwei-Blät­ter-mit-nun-58c-Post. Und eine ordent­li­che Hand­voll nor­ma­ler Brie­fe, nicht zu schwer und nicht zu leicht. Ich hat­te das schon in schö­ne, unter­schied­li­che Päck­chen zer­teilt, weil ich dach­te, dann klappt das mit dem Fran­kie­ren schneller. 

Nach­dem ich dann (es waren nur fünf Leu­te vor mir in der Schlan­ge! Schnell!) an den Schal­ter kam, schlief der Frau schon das Gesicht bei der Brief­men­ge ein. Ich erklär­te ihr mei­ne unter­schied­li­chen Anfor­de­run­gen … Und dann durf­te ich vor ihr am Schal­ter die Brie­fe ein­zeln abzäh­len, sie zähl­te mir die Brief­mar­ken ab (35 davon, 10 davon, 3 davon) und ich konn­te zahlen. 

Ein Gut­teil der Mar­ken war nicht selbst­kle­bend, son­dern woll­te vor dem Auf­kle­ben befeuch­tet wer­den. Weit und breit kein ent­spre­chen­des Schwäm­m­chen in der Filia­le in Sicht. Also set­ze ich mich zu den Tischen, die eigent­lich für Bera­tungs­ge­sprä­che der Post­bank gemeint sind – die vor dem Kaf­fee­au­to­ma­ten mit dem rie­si­gen, hand­ge­schrie­be­nen „Defekt!“-Schild dran. Dann kleb­te ich brav mei­ne Mar­ken auf, durf­te dann mit dem Sta­pel zum Post­kas­ten gehen und sie einwerfen. 

Gab es da nicht mal so ein Wort von der Ser­vice­wüs­te Deutschland? 

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