Das Telefonat der Julia T.

Lasst uns zusam­men­fas­sen: wir wis­sen nicht mal genau, mit wem sie die­ses Tele­fo­nat geführt hat. Unter wel­chen Umstän­den, oder zu wel­chem Zeit­punkt. Wie ihr Tag davor war, wie sie sich fühl­te (wenn ich mich rich­tig erin­ne­re, hat­te sie einen schwe­ren Band­schei­ben­vor­fall und des­halb schon ein paar Jah­re Schmer­zen), wie sehr das Tele­fo­nat sich vor­her schon auf­ge­heizt hat­te und wel­che Dyna­mik die Bezie­hung der Men­schen am Tele­fon hat­te.

Und dann sol­len wir uns über zwei, drei Sät­ze aus dem Tele­fo­nat ernst­haft unter­hal­ten? Ob das nun die eigent­li­che per­sön­li­che  Mei­nung der Frau zum Aus­druck brin­ge und in wel­cher Wei­se sie sich da jetzt poli­tisch dis­qua­li­fi­ziert habe?

Lasst uns doch eher dar­auf sehen, wer denn Inter­es­se hat, die­se Form der Öffent­lich­keit zu for­cie­ren. Oder uns fra­gen, war­um es die­se Mit­schnit­te über­haupt gibt und in wel­che Wei­se es legi­tim ist, so etwas zu ver­öf­fent­li­chen. Und wenn es nicht legi­tim ist, dann soll­ten wir dem The­ma tun­lichst nicht noch mehr Öffent­lich­keit ver­schaf­fen.

Das, was wir da sehen ist aller­feins­te Pro­pa­gan­da. Ich fin­de, dass gera­de die Ent­wick­lun­gen des letz­ten Jah­res sehr gut zei­gen, wel­che Dyna­mi­ken gera­de in der poli­ti­schen Öffent­lich­keit so wir­ken. Ich ver­ste­he nur nicht, war­um die Pres­se jetzt immer noch so mit­spielt.

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