In Deutschland ist es sehr wichtig, Dinge richtig zu machen. Die Vorgaben richtig zu erfüllen; beim Ausmalen nicht aus den Linien rauszufahren. In der Regel gibt es mindestens einen Weg, etwas richtig zu machen, und der sollte dann auch eingehalten werden.
In vielen Bereichen ist das im Alltag sehr praktisch. Dass es geregelt ist, welche Höhe und welche Tiefe Stufen bei Treppen haben, und dass die Stufen auch nicht unterschiedlich hoch sein sollen: sehr praktisch. Dass man Spülmaschinen einräumen kann und – je nach Wohnsituation und Spülmaschinenmodell, zugegeben – beliebig einschalten kann, um nach einer gewissen Zeit dann sauberes Geschirr zu haben: sehr praktisch.
Die Idee, man könne etwas getan haben, das nicht ganz richtig ist, erfüllt in vielen Bereichen die Menschen, die hier leben, ganz schön mit Stress. Es könnte was in der Steuererklärung falsch sein: Stress. Es könnte was für den gelben Sack in der Biotonne sein: Stress. Die Biotonne könnte am falschen Tag oder falschherum gedreht am Bürgersteigrand stehen: Stress.
Dazu, etwas gerne genau richtig tun zu können gehört, dass man weiß, wie es richtig gemacht wird. Dass man die Vorgaben und die Regeln kennt. Denn wenn man sie kennt, dann kann man es richtig machen, und das ist ja wichtig, oder? Wenn man hingegen nicht so genau weiß, wie es richtig ist, wie soll man es dann richtig machen können? Und man kann ja auch nicht so leicht jemand fragen, denn wie macht man denn das richtig: jemand fragen? (Von anderen Optionen wollen wir erst gar nicht anfangen.)
Deshalb ist es wichtig, das man weiß, wie man es richtig machen kann. Wenn man es einmal gelernt hat, dann kann man es richtig machen. Und deshalb ist es wichtig, dass sich nichts verändert: schon der Gedanke, es könne sich etwas verändern und man wisse dann nicht mehr, wie man es richtig macht, ist natürlich unangenehm. Verunsichernd. Nicht richtig: Falsch. Richtig falsch.
Also muss man sich dafür einsetzen, dass es sich eben nicht verändert. Das richtig bleibt, was richtig ist. Denn dann kann man es ja richtig machen. Und das weiß man in Deutschland gut, wie das geht. Das kann man richtig machen, dafür sorgen, dass sich nicht verändert, wie man etwas richtig macht.
Denn es bleibt ja wichtig: die Sachen richtig zu machen. Vor allem, wenn die Welt sich so verändert.