Manchmal komme ich mir sehr alt vor. Das liegt oft daran, dass ich denke, dass es gerade Ideen in der öffentlichen Debatte braucht, die es schon seit ewigen Zeiten gibt. Dass wir an Strukturen scheitern, die schon seit anno Tobak dokumentiert, verstanden und im öffentlichen Diskurs nicht unbekannt sind.
Aktuelles Beispiel: die Trennung von Rolle und Person. So viele Männer – und es sind quasi immer Männer – scheitern gerade davon, zwischen Rolle und Person zu unterscheiden. Die Interaktionen die sie haben, welchem Anteil sind die zuzurechnen?
Klar: die Fälle in der Politik haben wir alle auf dem Schirm und sehen es wieder und wieder bestätigt. Die persönliche Beleidigtheit des Großen Vorsitzenden. Sein Glaube, man könne dann insbesondere Frauen zurechtweisen, entweder vor Fernsehkameras oder zumindest vor Zeugen.
Nur: auch Journalisten haben genau dieses Problem, und auch da fallen doch jedem und jeder sofort die ersten Beispiele ein. Heute: Gewaltfantasien, mit AI illustriert, auf dem Instagram-Profil eines, der in Deutschland immer noch sehr viel Aufmerksamkeit bekommt (warum, wird sich mir auch nie so ganz erschließen).
Es wäre so dringend notwendig, dass diese Unterscheidung wieder klarer getroffen wird.