Nicht nur bei den Frontier Models ist die Entwicklung wirklich atemberaubend, auch bei den lokalen Modellen tut sich Beeindruckendes. GPUs für den eigenen Rechner sind ja schon seit einiger Zeit großes Thema – auch in diesem Markt ist Dynamik. Selbst genug Laptops werben damit, dass AI-capable Prozessoren verbaut sind.
Meine These ist, dass wir in den nächsten 36 Monaten eine deutliche Verschiebung, weg von den Offsite-LLMs und hin zu lokalen Systemen. Das mag für Unternehmensnetze eigene Server meinen, oder eben den Laptop oder Desktop, in dem dann auch Modelle auf ihrer eigenen Hardware werkeln. Und ich muss sagen: ich fände das aus verschiedenen Gründen auch eine sehr gute Entwicklung.
Spannend werden dann in meinen Augen ein paar andere Fragen: wo und mit welcher Infrastruktur – und mit welchen Daten! – werden von wem die Modelle für den lokalen Einsatz trainiert? Bislang sind hier ja chinesische Labs sehr tonangebend, in meinen Augen auch eine recht kluge Entscheidung, den US-amerikanischen Anbietern ihre wirtschaftliche Macht abzugraben. Wenn chinesische Anbieter jetzt noch GPUs in Stückzahlen auf den internationalen Markt bringen können, dann wird es wirklich sehr interessant.
Nur für Training haben wir aber jetzt schon zu viel Kapazität. So nun auch noch weitere Rechenzentren gebaut werden, was soll dann dort alles laufen? Die GenAI-Anbieter können doch heute schon nicht kostendeckend operieren – wenn wir also dann auch noch Überkapazitäten im Markt haben, was soll dann dort passieren? Es wird also eine Technologie auf der Suche nach Anwendungen werden. Oder wir sehen noch viel, viel mehr AI-generierte Filme.
Für mich folgen zwei Dinge aus diesen Überlegungen: erstens, politischer Widerstand gegen die Bauprojekte ist geboten, denn es ist zu befürchten, dass da schon jetzt tote Kapazität in die Landschaft gestellt wird. Zweitens: der Blase steht tatsächlich keine schöne Zukunft bevor.