Zur Spendenbereitschaft der Steuerhinterziehenden

Natürlich ging es mir anlässlich des Falles Ulrich H. aus M. durch den Kopf, es gilt natürlich allgemeiner.

Wenn diese Herrschaften so sagen, dass sie doch keine Sozialschmarotzer sind, oder keine asozialen Typen, und dann ihre Spendenbereitschaft als Argument ins Feld führen, so ist die meine persönliche Antwort darauf: Wohl. Sind sie doch, und zwar sowohl das eine als auch das andere.

Asozial sind sie, weil sie meinen, dass das von ihnen erarbeitete Geld nur genau an den Stellen einer eingeschränkten Allgemeinheit zu Gute kommen soll, wo sie das für richtig empfinden. Sie entziehen es also der allgemeinen Verfügungsmasse, bei der ein gesamtgesellschaftlicher Konsens zur Verwendung stattgefunden hat – denn das ist es, was die Politik ja mit den Steuern macht. Es ist aber keine Option, dass man als Staatsbürger so alleine entscheidet, wie die Mitteln zu verteilen sind. Dieses Verhalten ist asozial.

Sozialschmarotzer sind sie, weil durch ihre Steuerhinterziehung der Allgemeinheit schlicht weniger Geld zur Verfügung steht. Die Aufgaben der Gemeinschaft werden ja nicht weniger, nur weil da manche Leute beschlossen haben, bessere Verwendungen für ihr Geld zu haben, als Steuern zu zahlen. (Das ist übrigens auch eine Begründung, die die katholische Kirche in Köln für ein „Steuersparmodell“ bei einem Immobilienerwerb benützt hat.) Das heisst in der Konsequenz, dass andere Menschen mehr Steuern zahlen müssen, weil sich da Leute fein raushalten. Und das ist es, warum auch der Begriff Sozialschmarotzer passt.

Nur, falls noch mal jemand fragt. :-)

Ein Gedanke zu „Zur Spendenbereitschaft der Steuerhinterziehenden“

  1. Hi,

    im großen und ganzen stimme ich Dir zu – bis auf diese Formulierung, die ich so einfach nicht stehen lassen möchte: „bei der ein gesamt­ge­sell­schaft­li­cher Kon­sens zur Ver­wen­dung statt­ge­fun­den hat“.

    Nein sicher nicht. Von Konsens kann in unserer Gesellschaft sowieso schon einmal grundsätzlich nie gesprochen werden, höchstens von einer Mehrheitsentscheidung – und die auch bestenfalls indirekt.

    Ändert aber natürlich nichts an den von Dir postulierten Eigenschaften des Herrn H. :-)

    lg, Markus

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