Alle Beiträge von K. Neuwirth

Als ob

Aus dem Tun so, als ob-Kind wur­de
der Tun so, als ob-Mensch. In der
Tun so, als ob-Bezie­hung in den
Tun so, als ob-Möbeln in der
Tun so, als ob-Woh­nung.
Er tut so, als ob er arbei­tet in der
Tut so, als ob-Fir­ma.
Und manch­mal, da hat er
ech­te Sehn­sucht.
Nach ech­tem Leben, nach
ech­ten Möbeln, nach ech­ten
Men­schen.
Dann tut er nicht nur so, als ober weint.

Tee

Ich stel­le den Topf mit Was­ser auf die Herdplatte. 

Des Her­des, der schon in der letz­ten Woh­nung war, 

in der Stadt, in der ich nie leben wollte, 

in der Küche, in der ich mich immer fremd fühle, 

in der Gegend, in der ich mich so abmühte, 

anzu­kom­men.

Ich gucke aus dem Fens­ter, in die Straße, 

in der mir der Son­nen­auf­gang jeden mor­gen fremd ist

und in die so viel Wut und Schmerz von mir gese­hen hat.

Ich gie­ße das Was­ser in die Tasse. 

Ich trin­ke den Tee.

Repräsentation statt Identifikation

Von der Fra­ge aus­ge­hend, die ich letz­tens stell­te, habe ich ein paar wei­te­re Gedan­ken. Ich glau­be, dass ein Gut­teil der – in mei­nen Augen fal­schen! – Iden­ti­fi­ka­ti­on der Wäh­ler mit den Funk­tio­nä­ren der AfD über deren sprach­li­chen Code läuft. „Die spre­chen wie wir“, „die sagen das, was wir auch sagen (woll­ten)“ sind da Gedan­ken, die ich mir als Moti­va­ti­on der Wäh­ler vor­stel­len kann. Dadurch, dass sie auch in der Spra­che der Men­schen die von ihnen emp­fun­de­nen Pro­ble­me benen­nen, kann man zum Gedan­ken ver­lei­tet wer­den, die Men­schen sei­en wie sie und hät­ten daher ihre Inter­es­sen im Blick. „Das sind wel­che von uns.“ Damit stellt sich aber die Fra­ge nach den poli­ti­schen Zie­len gar nicht mehr, denn aus die­ser unter­stell­ten Nähe erge­ben sich kei­ne Fra­ge nach dem Ziel und dem Zweck. Das ist ja das fie­se an Iden­ti­fi­ka­ti­on statt Repräsentation.

Die­se Mit­tel ein­zu­set­zen, um dann aber ein stramm an den Eli­ten ori­en­tier­tes Pro­gramm durch­set­zen zu wol­len sind eine in mei­nen Augen ziem­lich zyni­sche Art Poli­tik zu machen.

Zusätz­lich ergibt es sich, dass es auch ganz gut in die Inter­es­sen der Poli­ti­ker, die auf die­se Art Poli­tik betrei­ben, passt, das Gefühl, dass man ja den der­zei­ti­gen Eli­ten so tief mistrau­en muss. Dass die Medi­en, die sich nicht die­ser popu­lis­ti­schen Mei­nung ver­schrie­ben haben, in die gro­ße Ver­schwö­rung ein­ge­bun­den sind. Damit ist näm­lich deren Inter­es­se, eben die poli­ti­schen Agen­den zu hin­ter­leuch­ten, auch nur von deren Inter­es­se am Macht­er­halt getrie­ben und kann nicht ernst­haft sein, und schon gar nicht wahr­haf­tig. Hier eint also das Ver­schwö­rungs-Gefühl der Wäh­le­rin­nen und Wäh­ler das star­ke Bedürf­nis nach Intrans­pa­renz der Dem­ago­gen. Und auch die­se Kom­bi­na­ti­on ist ein gefähr­li­cher Mix gegen Jour­na­lis­ten, die als Geg­ner emp­fun­den werden.

Hohe Iden­ti­fi­ka­ti­on mit der poli­ti­schen Bewe­gung bedeu­tet bei den Anhän­gern, dass jeg­li­che inhalt­li­che Aus­ein­an­der­set­zung sehr schnell in Gefahr ist, als per­sön­li­che Angrif­fe auf­ge­fasst zu wer­den – es gibt ja kei­ne Distanz, die eine Reflek­ti­on erlaub­te. Und wie­der: Im Sin­ne der Dem­ago­gen ist das ja toll.

Ein wei­te­rer Aspekt ist das drinnen/draußen: nur, wer sich der sprach­li­chen Codes bedient  – und damit natür­lich die ent­spre­chen­den Gefüh­le akti­viert – ist ein Insi­der. Das ist an der Stel­le tückisch, wo allei­ne schon eine distan­zier­te­re Spra­che ein Zei­chen dafür, dass man es mit einem Geg­ner zu tun hat. Damit ist jeg­li­che ratio­na­le Dis­kus­si­ons­ebe­ne ver­stellt: denn die Mit­tel des argu­men­ta­ti­ven Dis­kur­ses wur­den außer­halb des­sen gestellt, wor­auf zurück­ge­grif­fen wer­den kann, wenn man ernst­ge­nom­men wer­den möchte.

Es wird also schwierig.

Keine Götter unter uns!

Es gab da mal die­se tol­le Pla­kat-Kam­pa­gne eines Her­stel­lers von Navigationslösungen:

You are not stuck in traf­fic: you are traffic.

Es ist ver­füh­re­risch, sich in einer außen­ste­hen­den, beob­ach­ten­den Posi­ti­on zu wäh­nen, die Welt zu betrach­ten, objek­tiv und nur mit wenig Emo­ti­on. Allei­ne, es ist falsch: es gibt kei­ne außen­ste­hen­de Posi­ti­on. Für niemanden.

So, wie Jour­na­lis­mus kei­ne neu­tra­le, rein deskrip­ti­ve Posi­ti­on ein­neh­men kann, hat auch Poli­tik kei­ne aus dem Sys­tem her­aus­ge­lös­te, nur dem gerech­ten Inter­es­sen­aus­gleich ver­pflich­te­te Position.

Es gibt in Gesell­schaf­ten kei­ne aus dem Sys­tem her­aus­ge­lös­te Posi­ti­on – und sich so zu ver­hal­ten, als wäre es anders ist unred­lich. Noch unred­li­cher ist es, die­se Posi­ti­on für sich zu bean­spru­chen, um damit die Inter­es­sen, die man ver­folgt – aus wel­chen Grün­den auch immer! – zu ver­ber­gen; in den letz­ten Jah­ren hat­ten wir diver­se Fäl­le, wo genau sol­che Kon­stel­la­tio­nen ziem­lich laut aus­ein­an­der­ge­nom­men wurden.

Also: wer in der öffent­li­chen Sphä­re ernst genom­men wer­den will, soll­te sich dar­an gewöh­nen, die eige­nen Inter­es­sen und Unter­stüt­zer kon­kret zu benen­nen. Dann klappt das auch bes­ser mit dem Interessensausgleich.

Selbstfahrende Autos & Politik

Ach, wun­der­ba­re neue Welt. Bald schon wer­den wir in unse­re Autos stei­gen, einen Ziel­ort ange­ben und uns von dem dann end­lich den Namen ver­die­nen­den Selbst­fah­rer dort hin­brin­gen las­sen. Vie­le klei­ne Ent­schei­dun­gen neh­men uns dann Auto­ma­ten ab.

Aber wie kommt es zu die­sen Ent­schei­dun­gen? Und wer legt die Rah­men­be­din­gun­gen fest, nach denen so ein auto­ma­ti­sches Sys­tem sei­nen Weg fin­det? Wel­che Akteu­re im Gesamt­sys­tem wer­den rele­vant, wel­che Inter­es­sen haben sie und wem sind sie verantwortlich?

Zunächst die Her­stel­ler der Fahr­zeu­ge; die haben wie bis­her ihre Ver­ant­wor­tung – aber neben dem Bau der siche­ren Karos­se­rie, des ener­gieeef­fi­zi­en­ten Antriebs und der zuver­läs­si­gen Brem­sen kom­men ganz neue Ent­schei­dun­gen dazu: wel­che Sen­so­ren las­sen das Fahr­zeug in wel­che Wei­se sei­ne unmit­tel­ba­re und mit­tel­ba­re Umwelt über­haupt erken­nen? In wel­cher Wei­se ste­hen in wel­chem Umfang und mit wel­cher Ver­zö­ge­rung wel­che Daten zur Ver­fü­gung, auf deren Grund­la­ge Algo­rith­men über­haupt erst Ent­schei­dun­gen tref­fen kön­nen? Und wel­chen Auf­wand in der Bear­bei­tung zieht das nach sich?

Dann die Her­stel­ler der Sys­te­me, die die Ent­schei­dun­gen tref­fen und das Fahr­zeug steu­ern: wel­che Even­tua­li­tä­ten haben Sie betrach­tet? Wie veri­fi­ziert ein sol­ches Sys­tem die ihm zur Ver­fü­gung ste­hen­den Mess­da­ten und wie kann es reagie­ren, wenn die Daten kein kon­sis­ten­tes Bild ermöglichen?

Eine zen­tra­le Stel­lung wer­den wohl die Anbie­ter von Geo-Infor­ma­tio­nen haben: ganz wesent­li­che Ent­schei­dun­gen kön­nen nur auf Basis der Daten getrof­fen wer­den, die von den Kar­ten­an­bie­tern zur Ver­fü­gung gestellt wer­den. Und für die­se wer­den sich wun­der­ba­re neue Geschäfts­mo­del­le auf­tun! Sowohl in der Sicht des ein­zel­nen Fahr­zeugs, als auch in der Sicht des Gesamt­sys­tems gibt es da span­nen­de Optio­nen. „Mit dem Pre­mi­um-Abo ste­hen Ihnen auch die Rou­ten offen, auf denen wir sel­te­ner Staus registrieren.” Und wo sich so ein Stau bil­det, das kann das Unter­neh­men ja auch sehr genau steu­ern. Oder wol­len sie als Stadt­vier­tels-Ver­ant­wort­li­cher, dass hier mehr Ruhe ist und weni­ger Autos fah­ren? Natür­lich lässt sich das steu­ern. Viel­leicht gibt es Kom­bi-Ange­bo­te: wenn sie bei allen Märk­ten die­ser Ket­te vor­bei­fah­ren, oder wenn sie nur die­sen einen Tank-Anbie­ter (oder Strom-Anbie­ter) nut­zen, dann wer­den sonst die Rou­ten billiger.

Oder viel­leicht kann man ja die Abnüt­zung der Stra­ßen steu­ern – in Län­dern mit pri­va­ti­sier­ten Auto­bah­nen eine span­nen­de Frage.

Alle die­se Markt­teil­neh­mer haben ein gro­ßes Inter­es­se dar­an, dass ihre Ent­schei­dun­gen, ihre Daten und ihre Algo­rith­men geheim blei­ben. Trans­pa­renz kann nicht in deren Inter­es­se sein. Vie­le von ihnen sind nicht in Euro­pa behei­ma­tet – oder wenn, dann ist es ganz ein­fach, das Intel­lec­tu­al Pro­per­ty umzu­sie­deln. Es wird also schwie­rig zu klä­ren, wie man die­se Sachen recht­lich steu­ert. Und dann waren die poli­ti­schen Struk­tu­ren ja schon beim tech­nisch viel, viel ein­fa­chen Die­sel-Skan­dal rund um VW über­for­dert. Wie sol­len die denn mit sol­chen Fra­ge­stel­lun­gen zurecht­kom­men können?

[EDIT: Nach­dem ich den Arti­kel geschrie­ben habe, fand ich zufäl­lig die Blog­pa­ra­de zum The­ma Elek­tro­mo­bi­li­tät von Andre­as Schulz bei inge­nieur­ver­ste­her-de und Ste­fan Fritz und habe die­sen Arti­kel dort auch in den Topf geworfen.]

Brotanschnitt

Ich sage Scher­zel dazu, mei­ne Schwä­ge­rin aus Solin­gen Knäpp­chen. Das ers­te Stück Brot, der Anschnitt. Ich mag das total ger­ne: so schön knusp­rig, gera­de das rich­ti­ge biß­chen Här­te. Ehr­lich: wenn das Brot auch noch frisch ist, das ist das bes­te Stück am gan­zen Laib. Mei­ne Liebs­te mag es nicht son­der­lich und auch der ers­te Sohn woll­te lie­ber immer wei­che­re Tei­le; es ist also immer mir geblie­ben. Wenn fri­sches Brot ange­schnit­ten wur­de, dann bekam ich es auto­ma­tisch. Wenn es im Brot­korb lag, dann war es für mich.

Aber irgend­wann kam der zwei­te Sohn. Und der mag auch ger­ne Scher­zeln. Und wenn wir mit der grö­ße­ren Fami­lie essen: mein Schwie­ger­va­ter mag sie auch. Und die Schwä­ge­rin. Und es ist gar nicht so nett, die Din­ger immer auf den Brot­korb zu spit­zen und sie schnell raus­zu­mop­sen, wenn sich die Gele­gen­heit ergibt. Also muss ich ein freund­li­ches Gesicht machen und mit einem leich­ten Stich im Her­zen zuse­hen, wie ande­re auch das Scherzl essen, von dem ich doch das Gefühl habe, das es mir zustünde.

Das müs­sen die­se Pri­vi­le­gi­en sein.

Warten

War­ten.

War­ten.

Ich bin es leid, auf mich zu warten.

Als müss­te da noch was kom­men, dass â€¦

Als fehl­te noch ein Stück, damit â€¦

Und in der Zwi­schen­zeit fül­le ich mir das Hirn mit unnö­ti­gen Sachen und den Tag mit sinn­lee­rem Kram.

Ich mache mir Gedan­ken um die Welt und Gott, aber nicht für zwei Cent gucke ich mit Klar­heit auf mich.

Und ich ver­ste­he es abs­trakt, aber ich kann es nicht kon­kret. Und ich kapier es mit dem Kopf, aber es ändert zu wenig im Herz.

Also war­te ich.

Ich war­te.

War­ten.

Warum ich bargeldlose Zahlungen nicht für den Untergang halte

Da im Aus­tausch auf Twit­ter nicht genug Platz war, mei­ne Ant­wort halb­wegs ver­ständ­lich zu kom­mu­ni­zie­ren, ver­su­che ich hier, mei­ne Gedan­ken etwas zu strukturieren. 

Es ist tech­nisch nicht so schwer, bar­geld­lo­se anony­me Zahl­ver­fah­ren zu bau­en. Die Geld­Kar­te ist ein Bei­spiel, für das es sogar Infra­struk­tur gäbe, es ver­wen­det sie nur nie­mand. Ande­re Pre­paid-Kar­ten, die nicht per­sön­lich zuor­den­bar sind, gibt es ja auch schon län­ge­re Zeit — sei­en sie von Kre­dit­kar­ten­un­ter­neh­men oder auch nur vom Einzelhandel.
In den letz­ten Jah­ren konn­te man ja nur schwer online über­se­hen, dass mit Bit­Coin prin­zi­pi­ell eine neue Tech­no­lo­gie exis­tiert, mit der anony­me Trans­ak­tio­nen sicher durch­führ­bar wären. Ich bin mir sicher, dass wir da in den nächs­ten Jah­ren eini­ge Inno­va­tio­nen erle­ben werden.
Aber gehen wir in den Gedan­ken wei­ter. Selbst wenn die Ban­ken alle sum­ma­ri­schen Umsät­ze mei­ner Ein­käu­fe hät­ten: was könn­te dann aus den Daten abge­le­sen wer­den und von wem?

Die Bank, bei der ich das Kon­to habe, das belas­tet wird. Deren Infor­ma­ti­ons­in­ter­es­se an den Trans­ak­tio­nen ist nicht so hoch, denn deren Infor­ma­ti­ons­be­darf ist schon durch den aktu­el­len Stand gut befrie­digt. Ob ich 200 Euro pro Woche am Geld­au­to­ma­ten zie­he oder wofür ich die­se 200 Euro aus­ge­be, gibt wahr­schein­lich für das Kre­dit-Sco­ring nur wenig an Mehrwert.
Ich kann Kon­ten bei meh­re­ren Ban­ken unter­hal­ten und so mei­ne Daten nicht alle in eine Hand geben — also selbst wenn alle Trans­ak­tio­nen unbar sind, müs­sen nicht alle die glei­chen Betei­lig­ten haben.
Der Zugriff auf die Bewungsda­ten von Bank­kon­ten durch staat­li­che Stel­len (Poli­zei, Finanz­amt, Geheim­dienst) ist nicht so ein­fach — das hal­te ich aktu­ell für kei­ne wirk­lich dis­ku­tie­rens­wer­te Gefahr.
Mir ist auch nicht klar, war­um die Daten, was man kon­su­miert, so beson­ders mehr aus­sa­ge­kräf­tig sein soll­ten als die Daten von Twit­ter — ins­be­son­de­re, wenn man da die voll­stän­di­gen Trans­ak­tio­nen sieht. Twit­ter, das bedeu­tet: ein Teil Dei­ner Bezie­hungs­struk­tur und Dei­ner Über­zeu­gun­gen wer­den leicht auto­ma­tisch aus­wert­bar. Dei­ne Gewohn­hei­ten las­sen sich ein Stück weit rekon­stru­ie­ren (wann liest Du nur, wann inter­agierst Du mit wel­chen Links, wann schreibst Du — von wel­chem Device, und wenn von einem Mobil-Device, an wel­chem Ort). Beim Twit­ter-Stream ist nicht ersicht­lich, wer auf die­se Daten aller Zugriff nimmt und sie in wel­cher Wei­se nutzt (wir kön­nen sicher sein bei: NSA und die Seven Eyes, wahr­schein­lich aber auch noch Diens­te ande­rer Natio­nen). Und wenn dann auch noch die Mobil­te­le­fon-Daten dazu­kom­men, dann sieht das Bild noch­mal sehr anders aus.

Ich fin­de also, dass die Idee des Bar­geld­ver­zichts wirk­lich nicht so schlimm ist.

Australia’s Got Talent

Tim Min­chin ist ein in Aus­tra­li­en leben­der Musi­ker und Schau­spie­ler. In sei­nen Lie­dern setzt er sich immer mal wie­der kri­tisch mit der katho­li­schen Kir­che aus­ein­an­der, legen­där ist z.B. sein Pope Song. Aus Wut über das Ver­hal­ten von Kar­di­nal Pell und sei­ne Wei­ge­rung, für ein Ver­fah­ren in Aus­tra­li­en aus Rom anzu­rei­sen und damit den Opfern der sexu­el­len Gewalt eine Mög­lich­keit zu geben, ihm gegen­über­zu­tre­ten, hat er nun in kur­zer Zeit ein Lied geschrie­ben und pro­du­ziert: Come Home, Car­di­nal Pell. Und eben­je­nes neue Lied ist in Aus­tra­li­en nahe­zu sofort ein Hit gewor­den: 12 Stun­den nach dem Erschei­nen war es schon die Num­mer Eins der iTu­nes Charts. Den Erlös des Lie­des spen­det er übri­gens einer Initia­ti­ve, die es den Opfern ermög­li­chen möch­te, nach Rom zu flie­gen um dort bei der Aus­sa­ge des Kar­di­nals vor Ort dabei­sein zu können.

Und wenn ihr auch noch ande­re Sachen von Tim Min­chin hören wollt, kann ich White Wine in The Sun sehr emp­feh­len, oder auch den Rock And Roll Nerd.

Dependency Buffet

When I first read about depen­den­cy injec­tion, the pat­tern made total sen­se to me in a num­ber of ways. It fits the way I think about pro­blems and my men­tal model of designing object repre­sen­ta­ti­ons of the stuff I am imple­men­ting. I’ve deci­ded to roll my own DI solu­ti­on, though, becau­se the­re are a few sub­t­le chan­ges that align even bet­ter with a few of my basic pre­mi­ses in programming.

When I wri­te code, I think about what I want to do and what I need to do that. When I wri­te a class that does data­ba­se stuff, I know it requi­res a data­ba­se con­nec­tion. I think this is infor­ma­ti­on that should be appa­rent in the class imple­men­ta­ti­on and nowhe­re else. So, what is more obvious to have the class know what it requi­res in the class its­elf? And this is how our Fac­to­ry class approa­ches this: it can ask a class it is just instan­tia­ting what it needs.

The code flow on instan­tia­ti­on is basically

  1.  we ask the Fac­to­ry for an object:
    $factory->giveme(’Car’);
  2. Fac­to­ry instantiates
  3. (see below)
  4.  Fac­to­ry asks the object
    $newObject->requireAssets()
  5. New­Ob­ject returns an array of assets that it needs
  6. Fac­to­ry keeps a list of regis­tered assets (like an open and rea­dy-to-use data­ba­se con­nec­tion) or knows how to find assets it does not yet have registered.
  7. Fac­to­ry also regis­ters its­elf as an asset with newObject
  8. The new object is retur­ned to the caller

One of the lovely side effects of this flow is that in most cases, we can eli­mi­na­te the need for sin­gle­tons; we can just open the data­ba­se con­nec­tion once and pass it on or we can regis­ter a cache once and have mul­ti­ple objects use it.

You may have rea­li­zed that we skip­ped a step on the first flow. Befo­re Fac­to­ry actual­ly asks new­Ob­ject what it requi­res, it pas­ses Con­text on. Con­text is – as the name implies – a collec­tion of infor­ma­ti­on about the cur­rent app­li­ca­ti­on in its envi­ron­ment. For instance, we have the name and class of the sys­tem we are run­ning on in the­re, or whe­ther it is an anony­mous ses­si­on or one of a log­ged-in user. By first knowing this, the object we are set­ting up gets to deci­de what it actual­ly requi­res befo­re it ans­wers the ques­ti­on. For instance, it may well be that an anony­mous ses­si­on does not requi­re a data­ba­se con­nec­tion whe­re a log­ged-in user will need that. So we addi­tio­nal­ly have:

3. Inject Context:
$newObject->setContext($context);

Ano­t­her thing that is important to me when I design stuff is to only keep around the stuff I need and only when I need it. I don’t think you should pull in all code of all libra­ries you use for every call. This means that some methods may need addi­tio­nal assets that other methods in the same class won’t need. By having Fac­to­ry as an asset, we can let tho­se methods ask for regis­tered assets from our class hier­ar­chy at the time they need them; not when first initia­li­zing the object.

To have an asset, Fac­to­ry has a method registerAsset(name, asset). asset can be an object of the name of a class. If it is a class name that is regis­tered, it will be instan­tia­ted the first time it is actual­ly requi­red and then also pas­sed on to other objects that also requi­re it. If our objects need new instan­ces of a class, it is pos­si­ble to spe­ci­fy that at regis­tra­ti­on (becau­se it is more likely that the pro­vi­ding object knows about that).  To regis­ter an asset email­Tem­pla­te that will actual­ly pro­vi­de every object with a new email­Tem­pla­te, we need just to write

$factory->registerAssetToInstantiate('emailTemplate', 'emailTemplate');

and are all set.

As a final fall­back, when Fac­to­ry is asked for an asset that it does­n’t know about, it just tri­es to instan­tia­te a class by that name.

Our Object class – which, as the name implies, is the parent class of most objects in our hier­achy – encap­su­la­tes the default beha­vi­or. It uses one pro­tec­ted varia­ble _requiredAssets that con­tains the array of the assets the cur­rent class requi­res. And that way, we can just con­cen­tra­te on get­ting on with the stuff that the class is actual­ly about.

Living Conditionally.

So how do you make a sel­fi­sh cha­rac­ter likable? We rea­li­zed, you can make him kind, generous, fun­ny, considerate, as long as one con­di­ti­on is met for him, is that he stays the top toy. And that’s what it real­ly is, is that we all live life conditionally. We’­re all wil­ling to play by the rules and fol­low things along, as long as cer­tain con­di­ti­ons are met. After that, all bets are off.

The Danger of a single story

Heu­te Abend habe ich ein sehr, sehr tol­les Video gesehen. 

Chi­ma­man­da Adi­chie erklärt dar­in, war­um Pegi­da dort so erfolg­reich ist, wo es so weni­ge Aus­län­der gibt; war­um die For­mu­lie­rung „der Aus­län­der“ oder „der Syrer“ kein Zufall son­dern kla­re Absicht ist, aber auch einen Teil davon, wie reli­giö­ser Fana­tis­mus funk­tio­niert. Es geht auch um die Dyna­mik von Vor­ur­tei­len, aber geht deut­lich tie­fer. Mir per­sön­lich haben die­se paar Minu­ten den Hori­zont gewei­tet – abso­lu­te Empfehlung.

Ich fin­de es einen unglaub­lich wert­vol­len Bei­trag zum aktu­el­len gesamt­ge­sell­schaft­li­chen Dis­kurs „Zuwan­de­rung von Frem­den“ und es feh­len mir gera­de die Wor­te, es hin­rei­chend zu loben. 

The Dan­ger of a Sin­gle Sto­ry

Installing an HP MicroServer

After some hours of struggling get­ting our new HP Micro­Ser­ver, becau­se my choice of ope­ra­ting sys­tems didn’t reco­gni­ze the hard disk con­trol­ler, an arti­cle on LinuxServer.io by the tit­le of Set­ting up a Linux home ser­ver: Using the HP Pro­Li­ant Micro­Ser­ver Gen8 G1610T hel­ped me sol­ve the pro­blem. Set­ting the con­trol­ler to the appro­pria­te mode made instal­la­ti­on of Dra­gon­flyBSD a breeze. 


Autorität

Man­che Men­schen, die haben ein­fach Auto­ri­tät: per­sön­li­che Auto­ri­tät. Wenn die spre­chen, hört man zu — und setzt sich zumeist zu dem gesag­ten auch in Rela­ti­on. Man muss ihnen nicht immer glau­ben, aber oft ist es zumin­dest nicht egal, was sie sagen. Wenn die sich hin­ter eine Sache stel­len, dann ändert das was. Es muss nicht sein, dass sie oft den Kampf suchen, aber sie scheu­en ihn auch nicht.

Und dann gibt es Men­schen, die fin­den Auto­ri­tät sehr attrak­tiv. Die möch­ten ger­ne Auto­ri­tät haben; sie glau­ben, die Zuschrei­bun­gen einer Rol­le sei­en dann Zuschrei­bun­gen für sie als Per­son. Das ist das Inter­es­se an struk­tu­rel­ler Auto­ri­tät.

Wenn man also mit Men­schen in einer Auto­ri­täts­po­si­ti­on zu tun hat, kann man lei­der oft genug erken­nen, in wel­che der bei­den Grup­pen jemand fällt.

Wir können das nicht alleine …

Weil gera­de das Argu­ment wie­der die Run­de macht, ein­zel­ne Län­der in Euro­pa allei­ne könn­ten die gro­ße Zahl der Ver­trie­be­nen nicht bewäl­ti­gen (heu­te wie­der von der SPD gehört).

Land Bevöl­ke­rung # Vetrie­be­ne BNP BNP/Kopf
Liba­non ~ 4,5 Mio ~ 2 Mio 25 Mrd.$ 6.500 $
Tür­kei ~ 80 Mio ~ 1,8 Mio 1,7 Bio $ 22.000 $
Jor­da­ni­en ~ 7 Mio ~ 800.000 44,3 Mrd $ 6.500 $
Deutsch­land ~80 Mio 3,5 Bio $ 43.500 $
EU ~500 Mio 18 Bio $ 37.000 $

Wir spre­chen bei der Flücht­lings­quo­te von 160.000, die jetzt in Euro­pa ver­teilt wer­den sol­len, weil es angeb­lich „ein­zel­ne Län­der allei­ne nicht schaffen.“

Noch­mal als Ver­gleich: in Jor­da­ni­en gibt es ein ein­zel­nes Flücht­lings­la­ger, das 100.000 Men­schen beher­bergt. Also eine kom­plett neue Stadt.

Quel­len: Die Flücht­lings­zah­len hat Michel Rei­mon bei „Im Zen­trum“ (ORF) genannt; die ande­ren Zah­len stam­men von Wikipedia.

Maronensuppe

Heu­te auf spe­zi­el­len Wunsch des Siebenjährigen. 

Ingre­di­en­zi­en:

  • But­ter (pas­send zur Kochtopfgröße)
  • 1 mit­tel­gro­ße Zwie­bel (kann ger­ne rot sein, bei uns war heu­te nur weiß im Vorrat)
  • 200g Maro­nen (ich neh­me die ein­ge­schweiß­ten, vorgekochten)
  • 2 Tee­löf­fel Zucker
  • etwa 150ml Weißwein
  • 1 Karot­te
  • 200g Sah­ne (oder ent­spre­chen­des Substitut)
  • 1 Saf­t­oran­ge
  • Salz

Und dann zur Tat: 

Zwie­bel fein wür­feln, in But­ter gla­sig düns­ten. Die gehack­ten Maro­nen dazu, etwas anbra­ten. Zucker drü­ber und etwas kara­me­li­sie­ren las­sen. (Vor­sicht: zumin­dest bei mir leg­te das im Koch­topf total schnell an, also viel rüh­ren.) Dann mit Weiß­wein löschen und etwas köcheln las­sen. Mit Sah­ne ver­län­gern, und je nach Essern auch noch etwas Was­ser dazu. In der Zwi­schen­zeit Karot­te fein schnei­den und auch in den Topf. Kochen las­sen, bis die Karot­ten und Maro­nen wirk­lich schön weich sind. Dann mit dem Stab­mi­xer pürie­ren und nach Geschmack noch­mal Was­ser bis zu rich­ti­gen Kon­sis­tenz brin­gen. Sal­zen und mit Oran­gen­saft den Geschmack abrun­den (bei mir war es etwas mehr als die Hälf­te des Saf­tes der einen Orange). 

Dazu passt gut getoas­te­tes Weiß­brot. Und natür­lich etwas Weißwein. 

You are the product

“If you are not paying, you are the product.”

It’s one of the wide­ly cir­cu­la­ting tru­isms about ser­vices on the inter­net. To me, it is slop­py thin­king just the right size to be an a soundbite.

For one, it seems to imply that a ser­vice pro­vi­der can only have one par­ti­cu­lar kind of pro­duct. We all know that this is not true, on the Inter­net just as well as off. For ano­t­her, it implies that money is the only way in which to pay for a pro­duct. And third­ly, the con­cept of a per­son being sub­ject to a finan­cial tran­sac­tion has been out­la­wed for a good num­ber of years — con­ven­tio­nal­ly, we call that slavery. 

It is true that many cor­po­ra­ti­ons – par­ti­cu­lar­ly the big play­ers – make their inco­me off sel­ling ads for appro­pria­te­ly selec­ted audi­en­ces. But that has also hap­pen­ed befo­re the Inter­net hap­pen­ed; broad­cast radio and TV ope­ra­te by the same princip­le. Stran­ge­ly enough, nobo­dy says that for tho­se ser­vice pro­vi­ders, their view­ers and lis­teners are the pro­duct. But the belief is widespread that this is so for web properties. 

What the actu­al ser­vice the inter­net com­pa­nies pro­vi­de is fin­ding, gro­wing and kee­ping audi­en­ces that give them enough atten­ti­on. They do not sell anything off of you; they are midd­le­men for tho­se who are wil­ling to pay for some­bo­dies atten­ti­on and tho­se giving their atten­ti­on. And that is qui­te a dif­fe­rent thing from the ori­gi­nal statement. 

It’s about time we reti­red it. 

Gedanken zu „Hochgeschlafen“

Vor ein paar Tagen las ich Hoch­ge­schla­fen von Sara Hassan.

Natür­lich sind die­se Bemer­kun­gen oft dar­aus aus, die Frau, um die es geht zu dis­kre­di­tie­ren und ihr Grenz­über­schrei­tun­gen zu unter­stel­len, um ihre fach­spe­zi­fi­schen Fähig­kei­ten in Zwei­fel zu zie­hen. Aber: sie beschul­di­gen auch alle an der Situa­ti­on betei­lig­ten Män­ner, ihre Macht­po­si­ti­on zu ihrem per­sön­li­chen Vor­teil und zum Scha­den ihres Unter­neh­mens aus­zu­nut­zen. Und mög­li­cher­wei­se, je nach ihrer per­sön­li­chen Lebens­si­tua­ti­on, ihre Part­ne­rin zu hintergehen.

Wenn also die­se Gerüch­te in einer Bran­che über ver­schie­de­ne Män­ner erzählt wer­den, und sie nicht sofort als kom­plett unrea­lis­tisch ver­lacht wer­den: wel­chen Zustand beschrei­ben sie da, über jene Män­ner an Macht­po­si­tio­nen, die ihre eige­nen Bezie­hun­gen, ihre Arbeit­ge­ber und ihre Mit­ar­bei­te­rin­nen so sehr nur für ihren per­sön­li­chen und zutiefst nur eigen­nüt­zi­gen Vor­teil nutzen?

Was für ein Sit­ten­bild â€¦

Es droht Gefahr!

Die Men­schen heu­te sind ja gro­ßen Gefah­ren aus­ge­setzt. Wir wis­sen, dass in der Bevöl­ke­rung Masern wie­der ihr Unwe­sen trei­ben, wir hören immer wie­der von mul­ti­re­sis­ten­ten Kei­men, Vogel­grip­pe und ande­ren wun­der­ba­ren Errun­gen­schaf­ten der Natur. 

Um sicher­zu­stel­len, dass wir auch noch unbe­kann­te Bedro­hun­gen auf dem Schirm haben und auch die Zusam­men­hän­ge erken­nen, die sich heu­te noch nicht erschlie­ßen, soll­ten wir uns dafür stark machen, dass ein­fach alle Gesund­heits­da­ten zen­tral zusam­men­ge­führt wer­den. Alle Dia­gno­se­schlüs­sel, alle Behand­lun­gen (ins­be­son­de­re Medi­ka­men­ten­ver­schrei­bun­gen) müs­sen für die ent­spre­chen­den Behör­den ein­seh­bar sein. Es ist ja alles nur im Diens­te der Volksgesundheit. 

Ach, bei Gesund­heits­da­ten ist das nicht so toll? Aber bei Kom­mu­ni­ka­ti­ons­da­ten sol­len wir es uns gefal­len lassen? 

Ressentiment

Angry white men in exhi­bit what French social theo­rist Geor­ges Sorel cal­led „res­sen­ti­ment“ – a per­so­nal sen­se of self that is defi­ned always in rela­ti­ons­hip to some per­cei­ved inju­ry and who­se collec­ti­ve poli­tics mixes hat­red and envy of tho­se who we belie­ve have inju­red us. That „crea­ti­ve hat­red“, Sorel argues, is anathe­ma to serious collec­ti­ve action becau­se it is so easi­ly mani­pu­la­ted; it is more likely to spas­mo­dic vio­lent erup­ti­ons than a serious social movement.

Micha­el Kim­mel: Angry White Men.