Archive for the ‘Politics’ category

Ausbildungsplatzabgabe revisited revisited

October 5th, 2004

Ich erwähnte ja schon mein Unver­ständ­nis über die Aus­bil­dungs­platz­ab­gabe und meine offe­nen Fra­gen. Es sind immer noch offene Fra­gen. Meine Mails gin­gen an die SPD (via Web­form), an das Bun­des­mi­nis­te­rium für Wirt­schaft und an ver.di. Let­zere waren die ein­zi­gen, die ant­wor­te­ten — auch wenn die kurze Mail meine eigent­li­che Frage nicht kon­kret behandelt.

Kommt, Leute, das kann es doch wohl ehr­lich nicht sein, oder?

Womit sich die Polizei so beschäftigen muss …

September 23rd, 2004

… und dann auch noch eine Pres­se­aus­sen­dung dar­aus macht.

Poli­zei­presse: POL-AC: Ille­gal W�sche getrock­net –Nach­trag zur Pres­se­mel­dung vom 15.09.2004– / Aachen -

Ausbildungsplatzabgabe, revisited

September 21st, 2004

Ges­tern und heute ging es, wenn auch nicht in den ganz gros­sen Schlag­zei­len, darum, dass es zur Zeit etwa 30.000 Aus­bil­dungs­plätze für Jugend­li­che zu wenig gibt. Und um den For­de­run­gen nach mehr Plat­zen Nach­druck zu ver­lei­hen, wurde auch schon wie­der die Rute ins Fens­ter gestellt:

Wenn das so bleibt, will ver.di die Bun­des­re­gie­rung auf­for­dern, das Gesetz zur Aus­bil­dungs­platz­ab­gabe umzusetzen.

Meine Fra­gen habe ich übri­gens immer noch; viel­leicht sollte ich die Mail doch noch an ein paar Stel­len mehr schi­cken, um eine Ant­wort zu bekommen.

Aber Osten ist doch … rechts?

September 21st, 2004

Wie nicht anders zu erwar­ten gibts auch in der Blo­gos­phere einige Stim­men, die sich mit dem Thema DVU und NPD in Sach­sen und Bran­den­burg aus­ein­an­der­set­zen, sowie mit der media­len Auf­ar­bei­tung. Es gibt sogar Auf­rufe zum Defa­ce­ment (was im Übri­gen ille­gal ist), mit ent­spre­chen­der, aus­führ­li­cher Wür­di­gung, warum das denn eine dumme Idee ist. Komisch, irgend­wie, dass die wahl radikal-rechter Par­teien immer noch so starke Reak­tio­nen her­vor­ruft. Es scheint zu den Ritua­len der Repu­blik zu gehö­ren, dass es immer mal natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Aus­reis­ser gibt und sol­che, poli­tisch sowieso zutiefst unbe­gabte Men­schen in Land­ta­gen lan­den. Man erin­nere sich an die Auf­re­gung um die Repu­bli­ka­ner oder um die Schill-Partei. Geschichte wie­der­holt sich eben doch, irgendwie.

Wenn man ver­sucht, einen etwas weni­ger auf­ge­reg­ten Stand­punkt ein­zu­neh­men, sieht man, dass sie zumin­dest bis­her höchs­tens eine Legis­la­tur­pe­riode erlebt haben. An tat­säch­li­chen poli­ti­schen Ent­schei­dun­gen beein­dru­ckend unbe­tei­ligt waren. Und auch nicht mehr Leute hin­ter sich ver­sam­meln konn­ten. Das ist eben das Schick­sal von Protestparteien.

Ich glaube ja, dass diese in kur­zer Zeit vor­ge­nom­mene Akt des Pro­tes­tes (also durch­aus noch aus einer momen­ta­nen Stim­mung erklär­li­che) mit län­ger­fris­ti­ger Wir­kung doch auch ein Aus­druck des tie­fen Ver­trau­ens gegen­über der Macht­struk­tur ist. Wenn Men­schen glaub­ten, dass sich etwas durch ihren Pro­test nach­hal­tig änderte, wür­den sie in mei­nen Augen nicht tun. Wenn sie dar­auf ver­trau­ten, dass die Rechts­po­pu­lis­ten und Sehrrechts-Polemisierer ihre nebu­lö­sen Ansich­ten tat­säch­lich in der Gesell­schaft umset­zen könn­ten, hät­ten sie viel weni­ger Erfolg. So geht es aber nur darum „denen da oben“ weh zu tun, denn „es wird sich ja sowieso nichts ändern.“ Oder, posi­tiv betrach­tet: Die Sta­bi­li­tät der Gesell­schaft ist so weit gewähr­leis­tet, dass selbst eine sol­che Schief­lage in der demo­kra­ti­schen Reprä­sen­ta­tion kein nen­nens­wer­tes Hin­der­nis dar­stellt. Denn eines zeigt der Pro­test rund um „Hartz IV“ ja doch auch wie­der: eine Gesell­schaft strebt in vie­ler­lei Art nach Sta­bi­li­tät; Ver­än­de­rung ist kein posi­ti­ver Wert an sich.

Politischer Druck …

September 10th, 2004

Wer ist eigent­lich der pas­sende Ansprech­part­ner in Sachen recht­li­cher Bekämp­fung von Spam in der EU?
Wie kann man denn die EU dazu bewe­gen, Druck auf die USA aus­zu­üben, Spam effek­ti­ver zu bekämpfen?

I don’t get it.

September 3rd, 2004

Because the union of a man and woman deser­ves an hono­red place in our society, I sup­port the pro­tec­tion of mar­riage against activist jud­ges.“ (taken from In Accep­tance Speech)

I may be misun­der­stan­ding the US legal sys­tem, but aren’t jud­ges, by vir­tue of their pro­fes­sion, pas­sive in the sense that they only rule on cases that are brought before them via a fairly strict pro­cess? In the sense that case has to be made, some­body has to bring it before them — invol­ving lawy­ers and other per­son­nel? So how then, can they be ‚activist?‘ And is it not their job to decide solely based on the then-current law? So then, can they not only allow same-sex mar­ria­ges if there is a law that allows for it?

I admit that I don’t even under­stand the under­ly­ing preoc­cupa­tion with homo­se­xua­lity. Fran­kly, I don’t under­stand why hete­ro­se­xual cou­ples should have more rights than homo­se­xual ones, and I don’t under­stand how second-class rela­ti­onships can go toge­ther with „All men are crea­ted equal.“ But then, I’m openly liberal.

But this kind of rhe­to­ric really knocks my socks off.

All that terror!

September 2nd, 2004

If sur­veil­lance and state secu­rity in the forms of limit­ing per­so­nal free­doms or rights really would effec­tively battle ter­ro­rism, why does Rus­sia — a coun­try run by a for­mer KGB agent, nonethe­l­ess! — have a ter­ror pro­blem? If fight­ing ter­ror with mili­tary means, with attacking coun­tries and bom­bing cities, is a win­ning stra­tegy, why is Israel — a coun­try run by an ex-general — still fac­ing terrorism?

Hartzen

August 16th, 2004

In ganz Deutsch­land wird wegen „Hartz IV“ pro­tes­tiert. Selbst in Aachen gibts jetzt Mon­tags­de­mos gegen die Reform der Arbeitslosenhilfe.

Ist das nicht alles ein wenig spät? Die Gesetze sind nun schon seit Mona­ten bekannt und beschlos­sen, ihre Kon­se­quen­zen also nicht ganz neu. Trotz­dem kommt man jetzt erst drauf, dass man viel­leicht pro­ties­tie­ren und demons­trie­ren könnte?

Natür­lich ist es nicht schön, wenn Men­schen weni­ger Geld haben. Aber liegt nicht auch ein gewis­ses Mass an Unge­rech­tig­keit darin, dass das Ver­hält­nis der Leis­tungs­be­zie­her vs. der Ver­si­che­rungs­zah­ler sich immer mehr ver­schiebt? Sollte man nicht da viel­leicht auch mal regelnd eingreifen?

Was ich auch noch nicht ver­stan­den habe (oder, bes­ser gesagt: Wozu ich noch keine für mich ver­ständ­li­che Erklä­rung gehört oder gele­sen habe) ist, wie denn jetzt Hartz IV für mehr Arbeits­plätze sor­gen soll. Klar, wenn es jetzt freie Stel­len gibt, dann sind Leute ver­pflich­tet, sie auch anzu­neh­men — das wird noch eine sehr span­nende Dyna­mik am Arbeits­markt, der sich nun von einem Abneh­mer– zu einem Anbie­ter­markt umdreht. Aber es gibt doch ein­fach nicht genug! Ich sehe immer noch keine zusätz­li­chen Anreize für Unter­neh­men, neue Arbeits­plätze zu schaffen.

Only in Texas …

July 28th, 2004

Boing­Bo­ing quo­tes Bruce Schneier as say­ing the Hous­ton Air­port is now going to have Anti-Terror Cow­boys riding around, secu­ring the peri­me­ter. All it takes is the wil­ling­ness and a posi­tive back­ground check.

Come on, people. How many of the Sep­tem­ber 11 ter­ro­rists would have suc­cee­ded in pas­sing that test? And if you make the test likely to catch even people who have as good a social stan­ding as they had, isn’t it likely to be con­tes­ted in court for racial discrimination?

Der Hund hat meine Hausaufgaben …

July 6th, 2004

Oder so ähn­lich. Jeden­falls hat es Franz ‚Münte‘ Münte­fe­ring nicht für not­wen­dig erach­tet, auf meine über das Kon­takt­for­mu­lar der SPD abge­schickte Email zu ant­wor­ten. Ob der wohl weiss, das ich nicht in die Ver­le­gen­heit kom­men kann, ihn zu wäh­len? Er hätte jetzt zumin­dest etwa ein Monat zur Beant­wor­tung Zeit gehabt.

Ich wollte von ihm gerne wis­sen, wie denn das Geld ver­wen­det wer­den sollte, des­sen Erhe­bung mit­tels Aus­bil­dungs­platz­ab­gabe geplant gewe­sen wäre. Wel­che Struk­tu­ren hät­ten denn kurz­fris­tig viele Aus­bil­dungs­plätze zur Ver­fü­gung stel­len kön­nen — und was hält diese Struk­tu­ren bis­her davon ab? Nach wel­chem Verteilungs-Schlüssel wären die Plätze geschaf­fen wor­den? Wie­viele KFZ-Mechatroniker soll­ten aus­ge­bil­det wer­den, wie­viele Kup­fer­schmiede, wie­viele Stein­metze, wie­viele Gerüstbauer?

Aber lei­der werde ich die Ant­wor­ten auf diese Fra­gen wohl nie erfah­ren. Oder zumin­dest nicht vom Herrn Müntefering.

Auch wenn ich ver­ste­hen kann, dass die Repu­blik gerne mehr Geld ein­neh­men möchte, viel­leicht sollte man sich doch lie­ber über­le­gen, wie man tat­säch­lich Anzeize schaf­fen kann, im Betrieb aus­zu­bil­den. Oder, wenn es eben schon Struk­tu­ren gibt, die die Aus­bil­dung über­neh­men kann, viel­leicht kann man Betriebe daran inter­es­sie­ren, wenn sie schon nicht selbst aus­bil­den wol­len, eine Paten­schaft für einen sol­chen Platz zu über­neh­men. Oder zumin­dest für einen halben!

Wenn man ganz läs­ter­lich ist, kann man natür­lich auch noch fra­gen, wel­chen Zusam­men­hang zwi­schen der Aus­bil­dungs­mü­dig­keit und der sons­ti­gen Schul– und Bil­dungs­po­li­tik es gibt. Aber wer will das schon.

Die Zeit — Interview mit Johannes Rau

June 22nd, 2004

Unter Die Zeit — „Wir plau­dern uns zu Tode“ fin­det sich ein sehr span­nen­des Inter­view mit Johan­nes Rau zum Ende sei­ner Bun­des­prä­si­dent­schaft statt. Unter ande­rem beklagt er etwas, was er als „Kurz­at­mig­keit“ in der Poli­tik bezeich­net — wie sehr sich die Poli­tik mitt­ler­weile darin ergeht, an Details her­um­zu­fei­len anstatt sich um die grund­sätz­li­che­ren Fra­gen zu küm­mern. Span­nend zu lesen.

Denksportaufgabe

June 20th, 2004

Wenn es in ganz Deutsch­land mehr Arbeits­su­chende als Arbeits­plätze gibt, wie kann man mehr Men­schen in neue Arbeits­ver­hält­nisse ver­mit­teln, wenn man ihnen vor­schreibt, dass sie auch wei­tere Dis­tan­zen zum Arbeits­platz akzep­tie­ren müssen?

Woher, bitte, sol­len plöt­lich die neuen Arbeits­plätze am Ziel­ort kommen?

Ana­lo­ges lässt sich auch für Aus­zu­bil­dende und Aus­bil­dungs­plätze feststellen.