Repräsentation statt Identifikation

Von der Fra­ge aus­ge­hend, die ich letz­tens stell­te, habe ich ein paar wei­te­re Gedan­ken. Ich glau­be, dass ein Gut­teil der — in mei­nen Augen fal­schen! — Iden­ti­fi­ka­ti­on der Wäh­ler mit den Funk­tio­nä­ren der AfD über deren sprach­li­chen Code läuft. „Die spre­chen wie wir“, „die sagen das, was wir auch sagen (woll­ten)“ sind da Gedan­ken, die ich mir als Moti­va­ti­on der Wäh­ler vor­stel­len kann. Dadurch, dass sie auch in der Spra­che der Men­schen die von ihnen emp­fun­de­nen Pro­ble­me benen­nen, kann man zum Gedan­ken ver­lei­tet wer­den, die Men­schen sei­en wie sie und hät­ten daher ihre Inter­es­sen im Blick. „Das sind wel­che von uns.“ Damit stellt sich aber die Fra­ge nach den poli­ti­schen Zie­len gar nicht mehr, denn aus die­ser unter­stell­ten Nähe erge­ben sich kei­ne Fra­ge nach dem Ziel und dem Zweck. Das ist ja das fie­se an Iden­ti­fi­ka­ti­on statt Reprä­sen­ta­ti­on.

Die­se Mit­tel ein­zu­set­zen, um dann aber ein stramm an den Eli­ten ori­en­tier­tes Pro­gramm durch­set­zen zu wol­len sind eine in mei­nen Augen ziem­lich zyni­sche Art Poli­tik zu machen.

Zusätz­lich ergibt es sich, dass es auch ganz gut in die Inter­es­sen der Poli­ti­ker, die auf die­se Art Poli­tik betrei­ben, passt, das Gefühl, dass man ja den der­zei­ti­gen Eli­ten so tief mistrau­en muss. Dass die Medi­en, die sich nicht die­ser popu­lis­ti­schen Mei­nung ver­schrie­ben haben, in die gro­ße Ver­schwö­rung ein­ge­bun­den sind. Damit ist näm­lich deren Inter­es­se, eben die poli­ti­schen Agen­den zu hin­ter­leuch­ten, auch nur von deren Inter­es­se am Macht­er­halt getrie­ben und kann nicht ernst­haft sein, und schon gar nicht wahr­haf­tig. Hier eint also das Ver­schwö­rungs-Gefühl der Wäh­le­rin­nen und Wäh­ler das star­ke Bedürf­nis nach Intrans­pa­renz der Dem­ago­gen. Und auch die­se Kom­bi­na­ti­on ist ein gefähr­li­cher Mix gegen Jour­na­lis­ten, die als Geg­ner emp­fun­den wer­den.

Hohe Iden­ti­fi­ka­ti­on mit der poli­ti­schen Bewe­gung bedeu­tet bei den Anhän­gern, dass jeg­li­che inhalt­li­che Aus­ein­an­der­set­zung sehr schnell in Gefahr ist, als per­sön­li­che Angrif­fe auf­ge­fasst zu wer­den — es gibt ja kei­ne Distanz, die eine Reflek­ti­on erlaub­te. Und wie­der: Im Sin­ne der Dem­ago­gen ist das ja toll.

Ein wei­te­rer Aspekt ist das drinnen/draußen: nur, wer sich der sprach­li­chen Codes bedient — und damit natür­lich die ent­ps­re­chen­den Gefüh­le akti­viert — ist ein Insi­der. Das ist an der Stel­le tückisch, wo allei­ne schon eine distan­zier­te­re Spra­che ein Zei­chen dafür, dass man es mit einem Geg­ner zu tun hat. Damit ist jeg­li­che ratio­na­le Dis­kus­si­ons­ebe­ne ver­stellt: denn die Mit­tel des argu­men­ta­ti­ven Dis­kur­ses wur­den außer­halb des­sen gestellt, wor­auf zurück­ge­grif­fen wer­den kann, wenn man ernst­ge­nom­men wer­den möch­te.

Es wird also schwie­rig.

Keine Götter unter uns …

Es gab da mal die­se tol­le Pla­kat-Kam­pa­gne eines Her­stel­lers von Navi­ga­ti­ons­lö­sun­gen:

You are not stuck in traf­fic: you are traf­fic.

Es ist ver­füh­re­risch, sich in einer außen­ste­hen­den, beob­ach­ten­den Posi­ti­on zu wäh­nen, die Welt zu betrach­ten, objek­tiv und nur mit wenig Emo­ti­on. Allei­ne, es ist falsch: es gibt kei­ne außen­ste­hen­de Posi­ti­on. Für nie­man­den.

So, wie Jour­na­lis­mus kei­ne neu­tra­le, rein deskrip­ti­ve Posi­ti­on ein­neh­men kann, hat auch Poli­tik kei­ne aus dem Sys­tem her­aus­ge­lös­te, nur dem gerech­ten Inter­es­sen­aus­gleich ver­pflich­te­te Posi­ti­on.

Es gibt in Gesell­schaf­ten kei­ne aus dem Sys­tem her­aus­ge­lös­te Posi­ti­on — und sich so zu ver­hal­ten, als wäre es anders ist unred­lich. Noch unred­li­cher ist es, die­se Posi­ti­on für sich zu bean­spru­chen, um damit die Inter­es­sen, die man ver­folgt — aus wel­chen Grün­den auch immer! — zu ver­ber­gen; in den letz­ten Jah­ren hat­ten wir diver­se Fäl­le, wo genau sol­che Kon­stel­la­tio­nen ziem­lich laut aus­ein­an­der­ge­nom­men wur­den.

Also: wer in der öffent­li­chen Sphä­re ernst genom­men wer­den will, soll­te sich dar­an gewöh­nen, die eige­nen Inter­es­sen und Unter­stüt­zer kon­kret zu benen­nen. Dann klappt das auch bes­ser mit dem Inter­es­sens­aus­gleich.

Selbstfahrende Autos & Politik

Ach, wun­der­ba­re neue Welt. Bald schon wer­den wir in unse­re Autos stei­gen, einen Ziel­ort ange­ben und uns von dem dann end­lich den Namen ver­die­nen­den Selbst­fah­rer dort hin­brin­gen las­sen. Vie­le klei­ne Ent­schei­dun­gen neh­men uns dann Auto­ma­ten ab.

Aber wie kommt es zu die­sen Ent­schei­dun­gen? Und wer legt die Rah­men­be­din­gun­gen fest, nach denen so ein auto­ma­ti­sches Sys­tem sei­nen Weg fin­det? Wel­che Akteu­re im Gesamt­sys­tem wer­den rele­vant, wel­che Inter­es­sen haben sie und wem sind sie ver­ant­wort­lich?

Zunächst die Her­stel­ler der Fahr­zeu­ge; die haben wie bis­her ihre Ver­ant­wor­tung – aber neben dem Bau der siche­ren Karos­se­rie, des ener­giee­ef­fi­zi­en­ten Antriebs und der zuver­läs­si­gen Brem­sen kom­men ganz neue Ent­schei­dun­gen dazu: wel­che Sen­so­ren las­sen das Fahr­zeug in wel­che Wei­se sei­ne unmit­tel­ba­re und mit­tel­ba­re Umwelt über­haupt erken­nen? In wel­cher Wei­se ste­hen in wel­chem Umfang und mit wel­cher Ver­zö­ge­rung wel­che Daten zur Ver­fü­gung, auf deren Grund­la­ge Algo­rith­men über­haupt erst Ent­schei­dun­gen tref­fen kön­nen? Und wel­chen Auf­wand in der Bear­bei­tung zieht das nach sich?

Dann die Her­stel­ler der Sys­te­me, die die Ent­schei­dun­gen tref­fen und das Fahr­zeug steu­ern: wel­che Even­tua­li­tä­ten haben Sie betrach­tet? Wie veri­fi­ziert ein sol­ches Sys­tem die ihm zur Ver­fü­gung ste­hen­den Mess­da­ten und wie kann es reagie­ren, wenn die Daten kein kon­sis­ten­tes Bild ermög­li­chen?

Eine zen­tra­le Stel­lung wer­den wohl die Anbie­ter von Geo-Infor­ma­tio­nen haben: ganz wesent­li­che Ent­schei­dun­gen kön­nen nur auf Basis der Daten getrof­fen wer­den, die von den Kar­ten­an­bie­tern zur Ver­fü­gung gestellt wer­den. Und für die­se wer­den sich wun­der­ba­re neue Geschäfts­mo­del­le auf­tun! Sowohl in der Sicht des ein­zel­nen Fahr­zeugs, als auch in der Sicht des Gesamt­sys­tems gibt es da span­nen­de Optio­nen. „Mit dem Pre­mi­um-Abo ste­hen Ihnen auch die Rou­ten offen, auf denen wir sel­te­ner Staus regis­trie­ren.” Und wo sich so ein Stau bil­det, das kann das Unter­neh­men ja auch sehr genau steu­ern. Oder wol­len sie als Stadt­vier­tels-Ver­ant­wort­li­cher, dass hier mehr Ruhe ist und weni­ger Autos fah­ren? Natür­lich lässt sich das steu­ern. Viel­leicht gibt es Kom­bi-Ange­bo­te: wenn sie bei allen Märk­ten die­ser Ket­te vor­bei­fah­ren, oder wenn sie nur die­sen einen Tank-Anbie­ter (oder Strom-Anbie­ter) nut­zen, dann wer­den sonst die Rou­ten bil­li­ger.

Oder viel­leicht kann man ja die Abnüt­zung der Stra­ßen steu­ern – in Län­dern mit pri­va­ti­sier­ten Auto­bah­nen eine span­nen­de Fra­ge.

Alle die­se Markt­teil­neh­mer haben ein gro­ßes Inter­es­se dar­an, dass ihre Ent­schei­dun­gen, ihre Daten und ihre Algo­rith­men geheim blei­ben. Trans­pa­renz kann nicht in deren Inter­es­se sein. Vie­le von ihnen sind nicht in Euro­pa behei­ma­tet – oder wenn, dann ist es ganz ein­fach, das Intel­lec­tu­al Pro­per­ty umzu­sie­deln. Es wird also schwie­rig zu klä­ren, wie man die­se Sachen recht­lich steu­ert. Und dann waren die poli­ti­schen Struk­tu­ren ja schon beim tech­nisch viel, viel ein­fa­chen Die­sel-Skan­dal rund um VW über­for­dert. Wie sol­len die denn mit sol­chen Fra­ge­stel­lun­gen zurecht­kom­men kön­nen?

[EDIT: Nach­dem ich den Arti­kel geschrie­ben habe, fand ich zufäl­lig die Blog­pa­ra­de zum The­ma Elek­tro­mo­bi­li­tät von Andre­as Schulz bei inge­nieur­ver­ste­her-de und Ste­fan Fritz und habe die­sen Arti­kel dort auch in den Topf gewor­fen.]

Brotanschnitt

Ich sage Scher­zel dazu, mei­ne Schwä­ge­rin aus Solin­gen Knäpp­chen. Das ers­te Stück Brot, der Anschnitt. Ich mag das total ger­ne: so schön knusp­rig, gera­de das rich­ti­ge biß­chen Här­te. Ehr­lich: wenn das Brot auch noch frisch ist, das ist das bes­te Stück am gan­zen Laib. Mei­ne Liebs­te mag es nicht son­der­lich und auch der ers­te Sohn woll­te lie­ber immer wei­che­re Tei­le; es ist also immer mir geblie­ben. Wenn fri­sches Brot ange­schnit­ten wur­de, dann bekam ich es auto­ma­tisch. Wenn es im Brot­korb lag, dann war es für mich.

Aber irgend­wann kam der zwei­te Sohn. Und der mag auch ger­ne Scher­zeln. Und wenn wir mit der grö­ße­ren Fami­lie essen: mein Schwie­ger­va­ter mag sie auch. Und die Schwä­ge­rin. Und es ist gar nicht so nett, die Din­ger immer auf den Brot­korb zu spit­zen und sie schnell raus­zu­mop­sen, wenn sich die Gele­gen­heit ergibt. Also muss ich ein freund­li­ches Gesicht machen und mit einem leich­ten Stich im Her­zen zuse­hen, wie ande­re auch das Scherzl essen, von dem ich doch das Gefühl habe, das es mir zustün­de.

Das müs­sen die­se Pri­vi­le­gi­en sein.

Warten

War­ten.

War­ten.

Ich bin es leid, auf mich zu war­ten.

Als müss­te da noch was kom­men, dass …

Als fehl­te noch ein Stück, damit …

Und in der Zwi­schen­zeit fül­le ich mir das Hirn mit unnö­ti­gen Sachen und den Tag mit sinn­lee­rem Kram.

Ich mache mir Gedan­ken um die Welt und Gott, aber nicht für zwei Cent gucke ich mit Klar­heit auf mich.

Und ich ver­ste­he es abs­trakt, aber ich kann es nicht kon­kret. Und ich kapier es mit dem Kopf, aber es ändert zu wenig im Herz.

Also war­te ich.

Ich war­te.

War­ten.

Warum ich bargeldlose Zahlungen nicht für den Untergang halte

Da im Aus­tausch auf Twit­ter nicht genug Platz war, mei­ne Ant­wort halb­wegs ver­ständ­lich zu kom­mu­ni­zie­ren, ver­su­che ich hier, mei­ne Gedan­ken etwas zu struk­tu­rie­ren. 

Es ist tech­nisch nicht so schwer, bar­geld­lo­se anony­me Zahl­ver­fah­ren zu bau­en. Die Geld­Kar­te ist ein Bei­spiel, für das es sogar Infra­struk­tur gäbe, es ver­wen­det sie nur nie­mand. Ande­re Pre­paid-Kar­ten, die nicht per­sön­lich zuor­den­bar sind, gibt es ja auch schon län­ge­re Zeit — sei­en sie von Kre­dit­kar­ten­un­ter­neh­men oder auch nur vom Ein­zel­han­del.
In den letz­ten Jah­ren konn­te man ja nur schwer online über­se­hen, dass mit Bit­Coin prin­zi­pi­ell eine neue Tech­no­lo­gie exis­tiert, mit der anony­me Trans­ak­tio­nen sicher durch­führ­bar wären. Ich bin mir sicher, dass wir da in den nächs­ten Jah­ren eini­ge Inno­va­tio­nen erle­ben wer­den.
Aber gehen wir in den Gedan­ken wei­ter. Selbst wenn die Ban­ken alle sum­ma­ri­schen Umsät­ze mei­ner Ein­käu­fe hät­ten: was könn­te dann aus den Daten abge­le­sen wer­den und von wem?

Die Bank, bei der ich das Kon­to habe, das belas­tet wird. Deren Infor­ma­ti­ons­in­ter­es­se an den Trans­ak­tio­nen ist nicht so hoch, denn deren Infor­ma­ti­ons­be­darf ist schon durch den aktu­el­len Stand gut befrie­digt. Ob ich 200 Euro pro Woche am Geld­au­to­ma­ten zie­he oder wofür ich die­se 200 Euro aus­ge­be, gibt wahr­schein­lich für das Kre­dit-Sco­ring nur wenig an Mehr­wert.
Ich kann Kon­ten bei meh­re­ren Ban­ken unter­hal­ten und so mei­ne Daten nicht alle in eine Hand geben — also selbst wenn alle Trans­ak­tio­nen unbar sind, müs­sen nicht alle die glei­chen Betei­lig­ten haben.
Der Zugriff auf die Bewungsda­ten von Bank­kon­ten durch staat­li­che Stel­len (Poli­zei, Finanz­amt, Geheim­dienst) ist nicht so ein­fach — das hal­te ich aktu­ell für kei­ne wirk­lich dis­ku­tie­rens­wer­te Gefahr.
Mir ist auch nicht klar, war­um die Daten, was man kon­su­miert, so beson­ders mehr aus­sa­ge­kräf­tig sein soll­ten als die Daten von Twit­ter — ins­be­son­de­re, wenn man da die voll­stän­di­gen Trans­ak­tio­nen sieht. Twit­ter, das bedeu­tet: ein Teil Dei­ner Bezie­hungs­struk­tur und Dei­ner Über­zeu­gun­gen wer­den leicht auto­ma­tisch aus­wert­bar. Dei­ne Gewohn­hei­ten las­sen sich ein Stück weit rekon­stru­ie­ren (wann liest Du nur, wann inter­agierst Du mit wel­chen Links, wann schreibst Du — von wel­chem Device, und wenn von einem Mobil-Device, an wel­chem Ort). Beim Twit­ter-Stream ist nicht ersicht­lich, wer auf die­se Daten aller Zugriff nimmt und sie in wel­cher Wei­se nutzt (wir kön­nen sicher sein bei: NSA und die Seven Eyes, wahr­schein­lich aber auch noch Diens­te ande­rer Natio­nen). Und wenn dann auch noch die Mobil­te­le­fon-Daten dazu­kom­men, dann sieht das Bild noch­mal sehr anders aus.

Ich fin­de also, dass die Idee des Bar­geld­ver­zichts wirk­lich nicht so schlimm ist.

Australia’s Got Talent

Tim Min­chin ist ein in Aus­tra­li­en leben­der Musi­ker und Schau­spie­ler. In sei­nen Lie­dern setzt er sich immer mal wie­der kri­tisch mit der katho­li­schen Kir­che aus­ein­an­der, legen­där ist z.B. sein Pope Song. Aus Wut über das Ver­hal­ten von Kar­di­nal Pell und sei­ne Wei­ge­rung, für ein Ver­fah­ren in Aus­tra­li­en aus Rom anzu­rei­sen und damit den Opfern der sexu­el­len Gewalt eine Mög­lich­keit zu geben, ihm gegen­über­zu­tre­ten, hat er nun in kur­zer Zeit ein Lied geschrie­ben und pro­du­ziert: Come Home, Car­di­nal Pell. Und eben­je­nes neue Lied ist in Aus­tra­li­en nahe­zu sofort ein Hit gewor­den: 12 Stun­den nach dem Erschei­nen war es schon die Num­mer Eins der iTu­nes Charts. Den Erlös des Lie­des spen­det er übri­gens einer Initia­ti­ve, die es den Opfern ermög­li­chen möch­te, nach Rom zu flie­gen um dort bei der Aus­sa­ge des Kar­di­nals vor Ort dabei­sein zu kön­nen.

Und wenn ihr auch noch ande­re Sachen von Tim Min­chin hören wollt, kann ich White Wine in The Sun sehr emp­feh­len, oder auch den Rock And Roll Nerd.

Dependency Buffet

When I first read about depen­d­en­cy injec­tion, the pat­tern made total sen­se to me in a num­ber of ways. It fits the way I think about pro­blems and my men­tal model of desi­gning object rep­re­sen­ta­ti­ons of the stuff I am imple­men­ting. I’ve deci­ded to roll my own DI solu­ti­on, though, becau­se the­re are a few subt­le chan­ges that align even bet­ter with a few of my basic pre­mi­ses in pro­gramming.

When I wri­te code, I think about what I want to do and what I need to do that. When I wri­te a class that does data­ba­se stuff, I know it requi­res a data­ba­se con­nec­tion. I think this is infor­ma­ti­on that should be appa­rent in the class imple­men­ta­ti­on and nowhe­re else. So, what is more obvious to have the class know what it requi­res in the class its­elf? And this is how our Fac­to­ry class approa­ches this: it can ask a class it is just instan­tia­ting what it needs.

The code flow on instan­tia­ti­on is basi­cal­ly

  1.  we ask the Fac­to­ry for an object:
    $factory->giveme(’Car’);
  2. Fac­to­ry instan­tia­tes
  3. (see below)
  4.  Fac­to­ry asks the object
    $newObject->requireAssets()
  5. New­Ob­ject returns an array of assets that it needs
  6. Fac­to­ry keeps a list of regis­te­red assets (like an open and ready-to-use data­ba­se con­nec­tion) or knows how to find assets it does not yet have regis­te­red.
  7. Fac­to­ry also regis­ters its­elf as an asset with new­Ob­ject
  8. The new object is retur­ned to the cal­ler

One of the lovely side effects of this flow is that in most cases, we can eli­mi­na­te the need for sin­gle­tons; we can just open the data­ba­se con­nec­tion once and pass it on or we can regis­ter a cache once and have mul­ti­ple objects use it.

You may have rea­li­zed that we skip­ped a step on the first flow. Befo­re Fac­to­ry actual­ly asks new­Ob­ject what it requi­res, it pas­ses Con­text on. Con­text is – as the name implies – a collec­tion of infor­ma­ti­on about the cur­rent app­li­ca­ti­on in its envi­ron­ment. For ins­tan­ce, we have the name and class of the sys­tem we are run­ning on in the­re, or whe­ther it is an anony­mous ses­si­on or one of a log­ged-in user. By first kno­wing this, the object we are set­ting up gets to deci­de what it actual­ly requi­res befo­re it ans­wers the ques­ti­on. For ins­tan­ce, it may well be that an anony­mous ses­si­on does not requi­re a data­ba­se con­nec­tion whe­re a log­ged-in user will need that. So we addi­tio­nal­ly have:

3. Inject Con­text:
$newObject->setContext($context);

Ano­t­her thing that is important to me when I design stuff is to only keep around the stuff I need and only when I need it. I don’t think you should pull in all code of all libra­ries you use for every call. This means that some methods may need addi­tio­nal assets that other methods in the same class won’t need. By having Fac­to­ry as an asset, we can let tho­se methods ask for regis­te­red assets from our class hier­ar­chy at the time they need them; not when first initia­li­zing the object.

To have an asset, Fac­to­ry has a method registerAsset(name, asset). asset can be an object of the name of a class. If it is a class name that is regis­te­red, it will be instan­tia­ted the first time it is actual­ly requi­red and then also pas­sed on to other objects that also requi­re it. If our objects need new ins­tan­ces of a class, it is pos­si­ble to spe­ci­fy that at regis­tra­ti­on (becau­se it is more likely that the pro­vi­ding object knows about that).  To regis­ter an asset email­Tem­pla­te that will actual­ly pro­vi­de every object with a new email­Tem­pla­te, we need just to wri­te

$factory->registerAssetToInstantiate('emailTemplate', 'emailTemplate');

and are all set.

As a final fall­back, when Fac­to­ry is asked for an asset that it doesn’t know about, it just tri­es to instan­tia­te a class by that name.

Our Object class – which, as the name implies, is the par­ent class of most objects in our hier­achy – encap­su­la­tes the default beha­vi­or. It uses one pro­tec­ted varia­ble _requiredAssets that con­ta­ins the array of the assets the cur­rent class requi­res. And that way, we can just con­cen­tra­te on get­ting on with the stuff that the class is actual­ly about.

Living Conditionally.

So how do you make a sel­fish cha­rac­ter lika­ble? We rea­li­zed, you can make him kind, generous, fun­ny, con­s­i­de­ra­te, as long as one con­di­ti­on is met for him, is that he stays the top toy. And that’s what it real­ly is, is that we all live life con­di­tio­nal­ly. We’re all wil­ling to play by the rules and fol­low things along, as long as cer­tain con­di­ti­ons are met. After that, all bets are off.

The Danger of a single story

Heu­te Abend habe ich ein sehr, sehr tol­les Video gese­hen.

Chi­ma­man­da Adi­chie erklärt dar­in, war­um Pegi­da dort so erfolg­reich ist, wo es so weni­ge Aus­län­der gibt; war­um die For­mu­lie­rung „der Aus­län­der“ oder „der Syrer“ kein Zufall son­dern kla­re Absicht ist, aber auch einen Teil davon, wie reli­giö­ser Fana­tis­mus funk­tio­niert. Es geht auch um die Dyna­mik von Vor­ur­tei­len, aber geht deut­lich tie­fer. Mir per­sön­lich haben die­se paar Minu­ten den Hori­zont gewei­tet — abso­lu­te Emp­feh­lung.

Ich fin­de es einen unglaub­lich wert­vol­len Bei­trag zum aktu­el­len gesamt­ge­sell­schaft­li­chen Dis­kurs „Zuwan­de­rung von Frem­den“ und es feh­len mir gera­de die Wor­te, es hin­rei­chend zu loben.

The Dan­ger of a Sin­gle Sto­ry

Installing an HP MicroServer

After some hours of struggling get­ting our new HP Micro­Ser­ver, becau­se my choice of ope­ra­ting sys­tems didn’t reco­gni­ze the hard disk con­trol­ler, an arti­cle on Linux​Ser​ver​.io by the tit­le of Set­ting up a Linux home ser­ver: Using the HP Pro­Li­ant Micro­Ser­ver Gen8 G1610T hel­ped me sol­ve the pro­blem. Set­ting the con­trol­ler to the appro­pria­te mode made instal­la­ti­on of Dra­gon­flyBSD a bre­e­ze.


Autorität

Man­che Men­schen, die haben ein­fach Auto­ri­tät: per­sön­li­che Auto­ri­tät. Wenn die spre­chen, hört man zu — und setzt sich zumeist zu dem gesag­ten auch in Rela­ti­on. Man muss ihnen nicht immer glau­ben, aber oft ist es zumin­dest nicht egal, was sie sagen. Wenn die sich hin­ter eine Sache stel­len, dann ändert das was. Es muss nicht sein, dass sie oft den Kampf suchen, aber sie scheu­en ihn auch nicht.

Und dann gibt es Men­schen, die fin­den Auto­ri­tät sehr attrak­tiv. Die möch­ten ger­ne Auto­ri­tät haben; sie glau­ben, die Zuschrei­bun­gen einer Rol­le sei­en dann Zuschrei­bun­gen für sie als Per­son. Das ist das Inter­es­se an struk­tu­rel­ler Auto­ri­tät.

Wenn man also mit Men­schen in einer Auto­ri­täts­po­si­ti­on zu tun hat, kann man lei­der oft genug erken­nen, in wel­che der bei­den Grup­pen jemand fällt.

Wir können das nicht alleine …

Weil gera­de das Argu­ment wie­der die Run­de macht, ein­zel­ne Län­der in Euro­pa allei­ne könn­ten die gro­ße Zahl der Ver­trie­be­nen nicht bewäl­ti­gen (heu­te wie­der von der SPD gehört).

Land Bevöl­ke­rung # Vetrie­be­ne BNP BNP/Kopf
Liba­non ~ 4,5 Mio ~ 2 Mio 25 Mrd.$ 6.500 $
Tür­kei ~ 80 Mio ~ 1,8 Mio 1,7 Bio $ 22.000 $
Jor­da­ni­en ~ 7 Mio ~ 800.000 44,3 Mrd $ 6.500 $
Deutsch­land ~80 Mio 3,5 Bio $ 43.500 $
EU ~500 Mio 18 Bio $ 37.000 $

Wir spre­chen bei der Flücht­lings­quo­te von 160.000, die jetzt in Euro­pa ver­teilt wer­den sol­len, weil es angeb­lich „ein­zel­ne Län­der allei­ne nicht schaf­fen.“

Noch­mal als Ver­gleich: in Jor­da­ni­en gibt es ein ein­zel­nes Flücht­lings­la­ger, das 100.000 Men­schen beher­bergt. Also eine kom­plett neue Stadt.

Quel­len: Die Flücht­lings­zah­len hat Michel Rei­mon bei „Im Zen­trum“ (ORF) genannt; die ande­ren Zah­len stam­men von Wiki­pe­dia.

Maronensuppe

Heu­te auf spe­zi­el­len Wunsch des Sie­ben­jäh­ri­gen.

Ingre­di­en­zi­en:

  • But­ter (pas­send zur Koch­topf­grö­ße)
  • 1 mit­tel­gro­ße Zwie­bel (kann ger­ne rot sein, bei uns war heu­te nur weiß im Vor­rat)
  • 200g Maro­nen (ich neh­me die ein­ge­schweiß­ten, vor­ge­koch­ten)
  • 2 Tee­löf­fel Zucker
  • etwa 150ml Weiß­wein
  • 1 Karot­te
  • 200g Sah­ne (oder ent­spre­chen­des Sub­sti­tut)
  • 1 Saf­t­oran­ge
  • Salz

Und dann zur Tat:

Zwie­bel fein wür­feln, in But­ter gla­sig düns­ten. Die gehack­ten Maro­nen dazu, etwas anbra­ten. Zucker drü­ber und etwas kara­me­li­sie­ren las­sen. (Vor­sicht: zumin­dest bei mir leg­te das im Koch­topf total schnell an, also viel rüh­ren.) Dann mit Weiß­wein löschen und etwas köcheln las­sen. Mit Sah­ne ver­län­gern, und je nach Essern auch noch etwas Was­ser dazu. In der Zwi­schen­zeit Karot­te fein schnei­den und auch in den Topf. Kochen las­sen, bis die Karot­ten und Maro­nen wirk­lich schön weich sind. Dann mit dem Stab­mi­xer pürie­ren und nach Geschmack noch­mal Was­ser bis zu rich­ti­gen Kon­sis­tenz brin­gen. Sal­zen und mit Oran­gen­saft den Geschmack abrun­den (bei mir war es etwas mehr als die Hälf­te des Saf­tes der einen Oran­ge).

Dazu passt gut getoas­te­tes Weiß­brot. Und natür­lich etwas Weiß­wein.

You are the product

If you are not pay­ing, you are the pro­duct.”

It’s one of the wide­ly cir­cu­la­ting tru­isms about ser­vices on the inter­net. To me, it is slop­py thin­king just the right size to be an a sound­bi­te.

For one, it seems to imply that a ser­vice pro­vi­der can only have one par­ti­cu­lar kind of pro­duct. We all know that this is not true, on the Inter­net just as well as off. For ano­t­her, it implies that money is the only way in which to pay for a pro­duct. And third­ly, the con­cept of a per­son being sub­ject to a finan­ci­al tran­sac­tion has been out­la­wed for a good num­ber of years — con­ven­tio­nal­ly, we call that slavery.

It is true that many cor­po­ra­ti­ons – par­ti­cu­lar­ly the big play­ers — make their inco­me off sel­ling ads for appro­pria­te­ly selec­ted audi­en­ces. But that has also hap­pen­ed befo­re the Inter­net hap­pen­ed; broad­cast radio and TV ope­ra­te by the same princip­le. Stran­ge­ly enough, nobo­dy says that for tho­se ser­vice pro­vi­ders, their view­ers and lis­teners are the pro­duct. But the belief is widespread that this is so for web pro­per­ties.

What the actu­al ser­vice the inter­net com­pa­nies pro­vi­de is fin­ding, gro­wing and kee­ping audi­en­ces that give them enough atten­ti­on. They do not sell any­thing off of you; they are midd­le­men for tho­se who are wil­ling to pay for some­bo­dies atten­ti­on and tho­se giving their atten­ti­on. And that is qui­te a dif­fe­rent thing from the ori­gi­nal state­ment.

It’s about time we reti­red it.

Gedanken zu „Hochgeschlafen“

Vor ein paar Tagen las ich Hoch­ge­schla­fen von Sara Hassan.

Natür­lich sind die­se Bemer­kun­gen oft dar­aus aus, die Frau, um die es geht zu dis­kre­di­tie­ren und ihr Grenz­über­schrei­tun­gen zu unter­stel­len, um ihre fach­spe­zi­fi­schen Fähig­kei­ten in Zwei­fel zu zie­hen. Aber: sie beschul­di­gen auch alle an der Situa­ti­on betei­lig­ten Män­ner, ihre Macht­po­si­ti­on zu ihrem per­sön­li­chen Vor­teil und zum Scha­den ihres Unter­neh­mens aus­zu­nut­zen. Und mög­li­cher­wei­se, je nach ihrer per­sön­li­chen Lebens­si­tua­ti­on, ihre Part­ne­rin zu hin­ter­ge­hen.

Wenn also die­se Gerüch­te in einer Bran­che über ver­schie­de­ne Män­ner erzählt wer­den, und sie nicht sofort als kom­plett unrea­lis­tisch ver­lacht wer­den: wel­chen Zustand beschrei­ben sie da, über jene Män­ner an Macht­po­si­tio­nen, die ihre eige­nen Bezie­hun­gen, ihre Arbeit­ge­ber und ihre Mit­ar­bei­te­rin­nen so sehr nur für ihren per­sön­li­chen und zutiefst nur eigen­nüt­zi­gen Vor­teil nut­zen?

Was für ein Sit­ten­bild …

Es droht Gefahr!

Die Men­schen heu­te sind ja gro­ßen Gefah­ren aus­ge­setzt. Wir wis­sen, dass in der Bevöl­ke­rung Masern wie­der ihr Unwe­sen trei­ben, wir hören immer wie­der von mul­ti­re­sis­ten­ten Kei­men, Vogel­grip­pe und ande­ren wun­der­ba­ren Errun­gen­schaf­ten der Natur. 

Um sicher­zu­stel­len, dass wir auch noch unbe­kann­te Bedro­hun­gen auf dem Schirm haben und auch die Zusam­men­hän­ge erken­nen, die sich heu­te noch nicht erschlie­ßen, soll­ten wir uns dafür stark machen, dass ein­fach alle Gesund­heits­da­ten zen­tral zusam­men­ge­führt wer­den. Alle Dia­gno­se­schlüs­sel, alle Behand­lun­gen (ins­be­son­de­re Medi­ka­men­ten­ver­schrei­bun­gen) müs­sen für die ent­spre­chen­den Behör­den ein­seh­bar sein. Es ist ja alles nur im Diens­te der Volks­ge­sund­heit. 

Ach, bei Gesund­heits­da­ten ist das nicht so toll? Aber bei Kom­mu­ni­ka­ti­ons­da­ten sol­len wir es uns gefal­len las­sen? 

Ressentiment

Angry white men in exhi­bit what French soci­al theo­rist Geor­ges Sorel cal­led „res­sen­ti­ment“ — a per­so­nal sen­se of self that is defi­ned always in rela­ti­ons­hip to some per­cei­ved inju­ry and who­se collec­tive poli­tics mixes hat­red and envy of tho­se who we belie­ve have inju­red us. That „crea­ti­ve hat­red“, Sorel argues, is anathe­ma to serious collec­tive action becau­se it is so easi­ly mani­pu­la­ted; it is more likely to spas­mo­dic vio­lent erup­ti­ons than a serious soci­al move­ment.

Micha­el Kim­mel: Angry White Men.

Für ein aufgeklärtes Europa

Auf Twit­ter schrieb ich heu­te, dass ich poli­tisch lie­ber für ein auf­ge­klär­tes denn für ein christ­li­ches Euro­pa ein­trä­te. Dar­aus ent­spann sich eine gewis­se Dis­kus­si­on, die zwar span­nend, aber letzt­lich für das Medi­um dann doch zu kom­plex war – daher möch­te ich hier ger­ne mei­ne Gedan­ken etwas aus­führ­li­cher nie­der­schrei­ben.

Wenn wir Euro­pa nicht nur als Wirt­schafts­uni­on, son­dern auch als Kul­tur­raum ernst neh­men wol­len, stellt sich in mei­nen Augen die Fra­ge, was wir da als unser Leit­bild anneh­men möch­ten: eine Grund­men­ge an Wer­ten und ein Kanon an Qua­li­tä­ten, die wir für erstre­bens­wert hal­ten und in deren Rich­tung wir uns als Gesell­schaf­ten tat­säch­lich wei­ter­ent­wi­ckeln wol­len. Nach mei­ner Auf­fas­sung soll­te das auch  eine kul­tu­rel­le Strö­mung sein, die Euro­pa bereits wesent­lich geprägt und sich am Kon­ti­nent auch so weit ver­brei­tet hat, dass man sie als euro­päi­sche Ent­wick­lung erken­nen kann (und nicht eine, die stär­ker regio­nal geprägt ist). Hier scheint mir die Auf­klä­rung der ein­zi­ge ernst­zu­neh­men­de Bewer­ber um den Titel.

Natür­lich hat auch das Chris­ten­tum Euro­pa stark und nach­hal­tig geprägt; trotz­dem ist es mir als Begriff im poli­ti­schen Dis­kurs suspekt. Allei­ne schon durch unse­re Geschich­te und die Krie­ge, die im Namen des Chris­ten­tums sowohl in Euro­pa, als auch von Euro­pa aus gegen ande­re Gebie­te geführt wur­den, passt für mich das Chris­ten­tum nicht unmit­tel­bar zu einer fried­li­chen euro­päi­schen Inte­gra­ti­on. Min­des­tens genau­so wich­tig ist aber, dass wir in Euro­pa auch Regio­nen haben, die nicht über­wie­gend von Chris­ten bewohnt wer­den. Allei­ne schon aus Respekt zu die­sen – genau wie wir euro­päi­schen – Gebie­ten, dür­fen wir sie nicht ver­ein­nah­men und ihnen das Chris­ten­tum über­strei­fen. Und auch für die Regio­nen, wo die Chris­ten zwar eine Mehr­heit stel­len, ande­re Reli­gio­nen zu sagen, dass hier zwar leben, aber nicht Teil der Iden­ti­tät des Kon­ti­nents sind, hal­te ich nicht für ein Vor­ge­hen, das wir uns zu eigen machen soll­ten. Und wenn es jetzt um das kul­tu­rel­le Erbe geht, und wie sehr unse­re Gesell­schaf­ten christ­lich geprägt sind: ich sehe das im All­tag nicht. Das Kul­tur­le­ben sicher, aber unse­re Ori­en­tie­rung vor allem auf ein funk­tio­nie­ren­des Wirt­schafts­sys­tem, unse­re unglaub­li­che neo­li­be­ra­le Prä­gung im öffent­li­chen Dis­kurs über­deckt zumin­dest in mei­ner Wahr­neh­mung jeg­li­che Grund­prä­gung im Sin­ne von christ­li­chen Wer­ten.

Und: was haben wir denn dadurch zu gewin­nen, wenn wir jetzt den Begriff des christ­li­chen Euro­pa der von man­chen emp­fun­de­nen isla­mi­schen Bedro­hung ent­ge­gen­set­zen? Wo könn­te es denn Sinn machen, sich auf eine sol­che Form der reli­gi­ös gepräg­ten Aus­ein­an­der­set­zung ein­zu­las­sen? Nein: Auf­klä­rung lässt bei­den Reli­gio­nen – und natür­lich allen ande­ren auch – Spiel­raum; denn die Insti­tu­tio­nen des Zusam­men­le­bens sind nicht durch sie geprägt. Damit ist es müßig, die­se Dis­kus­si­on zu füh­ren – sie hat sich ein­fach erüb­rigt.

Und so blei­be ich dabei: ich möch­te lie­ber, dass wir für ein auf­ge­klär­tes denn für ein christ­li­ches Euro­pa ein­tre­ten.

Widersprüchliche Politikbegriffe

Es scheint mir, als führ­te uns die Dis­kus­si­on auch zwei wider­sprüch­li­che Poli­tik-Begrif­fe vor Augen, die gera­de zusam­men­tref­fen. Zum einen ist es Auf­ga­be der reprä­sen­ta­ti­ven Demo­kra­tie, die bestehen­den Ver­hält­nis­se abzu­bil­den und das in der Bevöl­ke­rung gege­be­ne Mei­nungs­spek­trum auch in die beschluss­fas­sen­den Orga­ne der Repu­blik brin­gen. Wenn es also eine signi­fi­kan­te Men­ge an Men­schen gibt, die solch rech­te Posi­tio­nen ver­tre­ten, dann gehört es zum Sys­tem, dass die­se Posi­tio­nen auch das poli­ti­sche Han­deln mit­be­stim­men und die­se Mei­nun­gen die Gesell­schaft eben for­men.

Zugleich gibt es aber auch die Erwar­tung an die Poli­tik, dass man ihr die Füh­rung des Staa­tes, die Gestal­tung der Gesell­schaft über­tra­gen hat und eine – man­gels eines bes­se­ren Wor­tes – poli­ti­sche Klas­se sich den Über­blick zu ver­schaf­fen hat und mit einem kla­ren poli­ti­schen Kom­pass jene Mei­nun­gen, die pro­ble­ma­tisch sind oder einen offen­sicht­lich vor­aus­ge­setz­ten Kon­sens dar­über, was legi­ti­me Posi­tio­nen sind, zumin­dest von der Macht fern­hält oder in ande­rer Wei­se aus­grenzt. Die sol­len sich dar­um küm­mern, dass das wie­der in Ord­nung kommt. Die kön­nen das doch nicht machen.

Das sich in die­sem Span­nungs­feld auch man­cher Detail­kon­flikt abspielt, liegt für mich auf der Hand.

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